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Kei Ahnig vo'r Botanik

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Das Große Hexenkraut (Circaea lutetiana), wird auch Gewöhnliches Hexenkraut oder Gemeines Hexenkraut genannt.

Leider kein gutes Photo, darum zur Erklärung das hier:

Photo: Bff / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die Früchte haben Widerhäkchen zur Samenverbreitung wie die Kletten. Auch wenn es der Name vermuten lässt, ist das Grosse Hexenkraut nicht giftig. Äusserlich werden die zerquetschten Blätter eingesetzt gegen Feigwarzen oder zur Wundbehandlung. Die Blätter der Pflanze können Salat zugegeben werden und wirken dann harntreibend.

 

Die Grosse Klette (Arctium lappa; älteres Synonym: Lappa major)

Die dürren Samenköpfe werden von Kindern gerne zum Spielen genommen. Wir haben sie damals als "Soldatenknöpfe" auf Brust und Bauch angeheftet, aber auch (wie böse!) den Mädchen in die Haare geworfen, wo sie fast nicht auszukämmen waren.

Und noch was; die Klette diente als Vorbild und Ideengeberin zum Klettverschluss:

Unten der Klettverschluss, oben der Reissverschluss und wer hats erfunden? Die Schweizer, genauer der Waadtländer Ingenieur George de Mestral den Klettverschluss, der Reissverschluss wurde nach diversen unbrauchbaren Entwicklungen durch Martin Othmar Winterhalter aus St. Gallen weiter entwickelt und mit dem noch heute üblichen mit Rippen und Rillen ersetzt. Er gab dem Produkt den Namen RiRi (= Rinne-Rippe).

Was es nicht alles giebt 😯

Der Kletter-Spindelstrauch (Euonymus fortunei) wird auch Kriechspindel genannt.

Wenn eine Klettermöglichkeit vorhanden ist, kann der Spindelstrauch bis zu 20 Meter hoch klimmen. Wie der Efeu bildet der Spindelstrauch als immergrüne Kletterpflanze Haftwurzeln aus.

Bisher wohl unbemerkt breitet sich die Pflanze an der Aare bei der Neubrücke invasiv aus.

Angeblich eine Art mit Informationspflicht (FrSV, Art. 5)

Kletter-Spindelstrauch (Spindelbaumgewächse),Euonymus fortunei (Turcz.) Hand.-Mazz. (Celastraceae)

Euonymus fortunei ist eine Zierpflanze aus Asien, die als Bodendecker verwendet wird. Diese immergrüne Kletterpflanze bildet dichte Teppiche, die sich vegetativ von Wohngebieten bis zu angrenzenden Naturräumen ausbreiten und in der Lage sind, die natürliche Vegetation zu verdrängen. Diese Art kann auch mitten im Wald vorkommen, da die Samen von Vögeln und anderen Wildtieren verschleppt werden. Die Bekämpfung dieser Art ist oft schwierig und zeitintensiv, da die Stängel verwickelt sind und an vielen Stellen Wurzeln schlagen können, wenn sie mit dem Boden in Kontakt kommen.

Quelle: https://www.infoflora.ch/assets/content/documents/neophyten/inva_euon_for_d.pdf

 

Aronstab (Arum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse Araceae).  Arum ist eine von zwei auch in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen aus dieser weitgehend tropischen Pflanzenfamilie. Die Areale reichen von Nordafrika über Europa bis Zentralasien. Sie wachsen vor allem in anspruchsvollen Laubmischwäldern und Gebüschen. 2019 wurde der Aronstab Giftpflanze des Jahres.

Seinen Namen verdankt der Aronstab (in alten Texten unter anderem aaron und aron) der biblischen Figur des Aaron, dessen Stab als Zeichen seiner Auserwählung zum Hohepriester ergrünte, als er im Zeltheiligtum „vor das Bundeszeugnis“ gelegt wurde.

 

Die Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) oder kurz Tollkirsche, ist eine giftige Pflanzenart mit meist schwarzen, kirschfruchtähnlichen Beerenfrüchten aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

Die schwarze Tollkirsche ist ein in Mitteleuropa sagenumwobenes Nachtschattengewächs, das zu den berüchtigten Hexenpflanzen gezählt wird. Sie wirkt vor allem aufgrund der enthaltenen Alkaloide, darunter das nach der Pflanze selbst benannte Atropin, halluzinogen und ist hochgiftig. Atropin wird aber auch in der Medizin z.B. bei Herzryhmusstörungen verabreicht und steht auch auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. Belladonna wird ausserdem in der Homöophatie angewendet.

Der botanische Name Atropa belladonna setzt sich zusammen aus der griechischen Schicksalsgöttin 'Atropos', die den Lebensfaden durchschneidet und dem italienischen 'bella donna' für schöne Frau, was möglicherweise auf die Legende zurückgeht, dass Frauen in Italien sich aus ästhetischen Gründen mit aus der Tollkirsche hergestellten Augentropfen die Pupillen weiteten. Für diesen Effekt wird das enthaltene Atropin auch heute noch in der Augenheilkunde verwendet.

Andere Nachtschatten im folgenden Beitrag.

Der Schwarze Nachtschatten oder Schwarz-Nachtschatten (Solanum nigrum), ist überall als Unkraut bekannt. Seine schwarzen Beeren verlocken leicht zum Verzehr, was aber zu schweren Vergiftungen führen kann.

Der Schwarze Nachtschatten wird meist als sehr giftig eingestuft. Der Gehalt an den dafür verantwortlichen und in allen Pflanzenteilen enthaltenen Alkaloiden – in diesem Fall Solanin, Solasonin, Solamargin und Chaconin – scheint jedoch sehr stark zu schwanken. Vermutlich ist er abhängig vom Klima und dem Boden, in dem die Pflanzen wachsen, sowie vom Alter. So lässt sich auch erklären, dass die Blätter in Teilen Afrikas als Gemüse zubereitet werden oder die reifen Beeren in Russland, Indien und China verzehrt werden.

Zu den Nachtschattengewächsen gehören auch die für uns wertvollen Gemüsepflanzen, wie zum Beispiel die Kartoffeln. Ihr Kraut, ihre Blüten und ihre grünen Früchte und somit alles oberirdisch gewachsene ist giftig. Deren Wurzelknollen allerdings sind hier ein Grundnahrungsmittel, das in den verschiedensten Arten zubereitet wird. Die schweizerisch beliebteste ist wohl die Rösti, die sogar einem Bundesrat als Namen dient.

Ausser dieser gehört auch die Peperoni und Aubergine zu dieser Art und auch der Tabak und die hochgiftige Engelstrompete.

Aber auch die Tomate, was mich nicht erstaunt, denn ich mag die so schön roten Früchte nicht.

Die Myrte (Myrtus communis), wird auch Brautmyrte genannt.

Unser Myrtenstock war jahrelang als Topfpflanze nur im Sommer im Freien, bis er einmal im Frühjahr dürr aussah. Wir haben ihn dann als verloren ohne Topf auf den Kompost geworfen. Nach einiger Zeit aber entdeckten wir frische Triebe an dem trockenen Wurzelstock und dann wurde das dürre Holz abgeschnitten und der noch vitale Rest wieder mit guter Erde eingepflanzt. Er hat sich gut erholt und verdankt seine Rettung dieses Jahr mit reichlicher Blüte.

"Die Myrte spielte in der griechischen Mythologie eine große Rolle. Es ist ein Ritual überliefert, bei dem Myrtenzweige auf einen zu beschreitenden Weg gestreut werden, während Weihrauch verbrannt wird.

Im alten Griechenland war die Myrte der Göttin Aphrodite geweiht, der Göttin der Liebe und Schönheit. Myrtenzweige gelten als Symbol für Jungfräulichkeit, Lebenskraft und viele gesunde Kinder, aber auch der über den Tod hinausgehenden Liebe.

Bereits die antiken Griechen und Römer schmückten die jungfräuliche Braut mit einem Myrtenkranz. Im 16. Jahrhundert wurde dieser Hochzeitsbrauch auch in Deutschland Sitte. Die Verwandte Jakob III. Fuggers soll 1583 die erste gewesen sein, die statt eines Rosmarinkränzchens den sehr kostbaren Myrtenschmuck trug.

Der Bräutigam und die Trauzeugen erhielten Zweige zum Anstecken. Teilweise wurden auch die Brautjungfern mit einem Myrtenkranz geschmückt. Es entwickelte sich der Brauch, dass die junge Ehefrau einen aus dem Brautkranz stammenden Zweig in die Erde setzte und bewurzeln ließ. Die grünende Pflanze wurde als Indikator für das beständige Eheglück angesehen und besonders gehegt. So fand die Myrte Einzug in die Wohnstuben und gilt als eine der ältesten Zimmerpflanzen.

Auch heute noch werden gelegentlich Myrtenkränze bzw. -sträusse zur Hochzeit getragen."

Die Eberraute (Artemisia abrotanum), wird aufgrund ihres typischen Geruches und Geschmacks nach "Cola" auch Cola-Kraut genannt.

Die Eberraute, gefunden beim Weltacker.

Das Mittelalter nutzte Abrotanum wie im Altertum etwa bei Atemnot, Gelbsucht, Mutterleiden und Wunden. Die Homöopathie kennt Abrotanum bei Nabelabsonderungen von Neugeborenen oder bei Durchfall, der mit Magenweh, Hämorrhoiden, Rheuma abwechselt, mit Abmagerung trotz Heisshunger.

Eberraute im Aberglauben

Die volkstümliche Bezeichnung für Eberraute ist im Englischen „maiden’s ruin“ („Jungfernverderb“, im Deutschen auch „Jungfernleid“), was auf die ihr nachgesagte Wirkung als Aphrodisiakum anspielt.

Wer die Liebe eines Mädchens gewinnen wollte, musste ihr unbemerkt einige Eberrautenzweige unter das Schürzenband stecken. Weil die Liebe aber nur angezaubert war, hält sie nur einige Jahre, um dann ins Gegenteil umzuschlagen. Vielleicht heisst die Pflanze deswegen auch im Englischen Kiss-me-quick-and-go.

Wer sonntags befürchtet, während der Kirchenpredigt einzuschlafen, sollte einige Zweige der Eberraute mit sich tragen, denn ihr Duft hält während der längsten Predigt munter.

Das Echte Leinkraut (Linaria vulgaris)

ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Leinkräuter (Linaria).  Andere deutschsprachige Trivialnamen sind Gemeines Leinkraut, Gewöhnliches LeinkrautKleines Löwenmaul sowie Frauenflachs. Volkstümlich und in der Heilkunde wurde das Leinkraut (lateinisch Linaria) unter anderem als Harnkraut (im Mittelalter auch als Herba urinalis) bezeichnet.

Das Echte Leinkraut ist häufig an warmen Böschungen zu finden. Es handelt sich bei dieser Art um eine typische Schuttpflanze, sie liebt lockeren, steinigen und sandigen Boden.

Die kleinen Blüten mit den langen Spornen werden gerne von Hummeln und anderen Wildbienen besucht und das Laub ist eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlingsraupen. Das Echte Leinkraut ist zudem eine alte keltische Heil- und Zauberpflanze.

Bei meiner Runde ist mir diese Pflanze aufgefallen:

Baumspinat (Chenopodium giganteum), auch Riesengänsefuss genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüsse (Chenopodium). Hier anscheinend noch in der Entwicklung.

Bei der Nachsuche habe ich noch die folgenden zwei Gänsefüsse gefunden:

Der Feigenblättrige Gänsefuss (Chenopodium ficifolium), auch Feigenblatt-Gänsefuss genannt, ist eine in Mitteleuropa heimische Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

und den da:

Der Weisse Gänsefuss (Chenopodium album), ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gänsefuss (Chenopodium) in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). In Mitteleuropa meist als landwirtschaftliches Unkraut betrachtet, dient er in anderen Regionen als Gemüse, Pseudogetreide oder Futterpflanze.

Trivialnamen sind Ackermelde, Melde oder Falsche-Melde. Umgangssprachlich verbreitet sind ob seines Geruchs auch Dreckmelde, Mistmelde, Saumelde oder auch Schissmelle, Schissmehl, Schiissmalter und Hundsschiss, sowie Burket (Chur), Gösche (Altmark), Heimkuhkraut (Tirol im Pongau), Lusenmellen (Unterweser), Mell (Altmark), Mellen (Unterweser), Messmal (Altmark), Messmill (Pommern), Mistmilten, Wild Molten, Säumelde (Eifel), Schissmalter (St. Gallen), Schissmelde, Schissmell (Eifel) und Schissmölten (Schlesien).

Alle drei unterscheiden sich nur wenig durch die Blattformen und ich hätte sie bis jetzt einfach als Mäubele (Melde) bezeichnet.

 

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