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Kei Ahnig vo'r Botanik

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Danke für eure positiven Antworten, das gibt mir nur wenig zu tun gelegentlich ein Pflänzchen zu fotografieren. Umso besser, wenn damit in SB durch meine Beiträge etwas mehr läuft.

Klein und bescheiden und doch von allen geliebt, das Gänseblümchen. Mindestens 116 andere Namen hat das Margritli in anderen Gegenden, so jedenfalls steht es auf Wikipedia geschrieben

Sur la place de notre village. / Auf dem Platz unseres Dorfes : Euryops chrysanthemoides / Gelbe Strauchmargerite (en anglais / auf Englisch)

Das Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) auch Mauerblümchen genannt, besiedelt Felsen in warmen Lagen. Von Mai bis Oktober blühen hunderte kleine Lippenblütchen zwischen den ebenso kleinen, rundlichen Blättchen. Mit seinen fadenförmigen, weichen Stängeln bildet das Zimbelkraut am Boden lockere Blütenteppiche oder präsentiert sich wunderbar hängend, wenn es in einer Mauerfuge wächst.

Der Dichter Ludwig Bechstein (1801–1860) schreibt über das Zimbelkraut:
„Niedliche Pflanze, du kleidest der alten Ruine Gemäuer, rankend hinab und hinauf blühest du einsam für dich. Sey der Erinnerung Bild, die, der Einsamkeit traute Genossin, oft des vergangenen Glücks sinkendes Luftschloss, umgrünt.“

Bei uns im Garten führt das "Mauerblümchen" keineswegs ein unbeachtetes Dasein. Im Gegenteil, es besetzt jede der häufig vorhandenen Ritzen und Spalten und muss gelegentlich ausgerupft werden.

Die Ährige- oder Weisse Teufelskralle wird auch Ährige Rapunzel genannt, weil man ihre jungen Blätter als Waldspinat und auch ihre Wurzeln essen kann.

Rapunzel Salat kennen wir aber auch als Nüssler-Salat. Die letzten vergessenen Nüssler-Pflänzchen sind bereits aufgeschossen in den Blütenstand, klein und unscheinbar.

Rapunzel hiess auch das unglückliche Mädchen im Märchen der Gebrüder Grimm, das aufgrund der Gelüste auf Nüssler-Salat ihrer schwangeren Mutter von einer Zauberin im hohen Turm gefangen war. Ihr langen Zöpfe und der Ruf: "Rapunzel lass mir dein Haar herunter," haben sogar den Blödel-Barden Otto inspiriert.

Sehr stark ähneln sich Günsel und Gundelrebe:

Der Kriechende Günsel wirkt antibakteriell, antioxidativ, appetitanregend, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, gallenflussanregend, leberstärkend, schmerzlindernd, wundheilend, verdauungsfördernd und zusammenziehend und ist in jungem Zustand auch essbar.

Der Kriechende Günsel wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Elsässer Handschriften als „klein guntzel“ bezeichnet: „Guntzel waſſer die kleine iſt gut den geſchurpfeten dermen. Vnd den wunden luten. Vnd iſt gut getruncken ſo eins geuellet ſo gerinnet kein blut in ime. Vnd iſt gut fur dz eſſen in dem munde dz man es do mitte weſchet.“

Der Gundermann oder Gundelrebe gleicht dem Günsel, hat aber einen nicht ganz so schönen Wuchs:

Im Frühling gesammelte junge Blätter wurden früher als Gemüse gekocht, unter anderem in Gründonnerstagsgerichten.

Vor der Kultivierung des Hopfens wurde der Gundermann aufgrund seiner Bitterstoffe zur Konservierung von Bier genutzt.

Bei der Käseherstellung wurde Gundermann als Ersatz für tierisches Lab verwendet.

Der reiche und regional sehr unterschiedliche Aberglaube rund um diese Pflanzenart gilt als Hinweis, dass sie bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung fand. Als Heil- und Schutzzauber sollte er gegen Krankheiten wie Pest, auch gegen Hexen wirken. In vielen Regionen spielte er eine Rolle in Milchzaubern. Zur Walpurgisnacht am 1. Mai wurde der von den Germanen als Zaunkraut bezeichnete Gundermann zu Kränzen gebunden, durch die man Hexen erblicken konnte.

Der Maler Marco d'Oggiono hat um 1495 ein Mädchen mit Kirschen gemalt, das einen Kranz von Gundelrebe trägt. Vielleicht als Schutz-Talisman vor Hexenzauber?

Es ist nicht alles Unkraut, was als Spontanvegetation wächst.

Der Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys), auch Männertreu, Frauenbiss, Katzenäuglein oder Wildes Vergissmeinnicht genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). So steht es auf Wikipedia.

Im Volksmund heisst der häufig vorkommende blaue Gamander-Ehrenpreis auch Gewitterblümchen, da man glaubte, dass ihr Abpflücken Regen oder Gewitter hervorruft.

Zum Lob ihrer angeblichen Kraft gegen „Hexen“, Blitze, Wunden und „Pest“ erhielt die Pflanze ihren Namen Ehrenpreis (von mittelhochdeutsch ēre „Ehre, Lob, Gnade, Gabe“, und prīs „Preis, Wert, Ruhm, Kampfpreis“, wohl in Anlehnung an den lateinischen Namen veronica, von griechisch berenike „Siegbringerin“)

Merci, Erwin, pour toutes ces informations. Je suis toujours très curieux de ce qui concerne les plantes.

Vielen
Dank, Erwin, für die vielen Informationen.
Ich bin immer sehr neugierig auf alles, was mit Pflanzen zu tun hat.

 

Zum heutigen 1. Mai darf natürlich das Maiglöckchen nicht fehlen:

Wir kennen das frühe Blümchen besser als Maieriesli. Im Kinderlied klingt es so: "Roti Rösli im Garte, Maieriesli im Wald, wenn der Wind kunnt cho blase, de verwelke si bald."

Früher war es für bedeutende Ärzte üblich, sich mit bestimmten medizinischen Symbolen porträtieren zu lassen. Als Symbol für die Heilkunde fungierte oft das Maiglöckchen. So hat sich beispielsweise Nikolaus Kopernikus mit einem Maiglöckchen in der Hand abbilden lassen. Ein solches von Tobias Stimmer (1534–1584) gemaltes Bild hängt im Straßburger Münster neben der bekannten astronomischen Uhr.

Darüber hinaus zählte das Maiglöckchen in der christlichen Ikonografie neben der Lilie, der Rose und anderen Pflanzen zu den sogenannten Marienblumen; mit seinen kleinen weissen, nickenden Blüten war es Symbol für die keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit von Maria. Entsprechend ist das Maiglöckchen auf den Gemälden meist unauffällig und klein am unteren Bildrand dargestellt;

Ein typisches Beispiel[dafür ist das bekannte Gemälde Paradiesgärtlein von einem unbekannten Meister aus dem 15. Jahrhundert und das vom selben oberrheinischen Meister um 1415 geschaffene Bild Maria in den Erdbeeren.
So wird es auf Wikipedia vermittelt.

Allerdings ist das so fein riechende Mairiesli ein sehr giftiges Kräutlein, das man in der Naturheilkunde für Herzprobleme angewandt hat. Deshalb ist es ratsam, beim Sammeln von Bärlauchblättern zum Verzehr den Unterschied genau zu kennen.

Bärlauch riecht, oder stinkt nach Knoblauch beim verreiben der Blätter. Das wäre ein sicheres Merkmal, aber auch an den Blüten sind die zwei Frühlingsboten leicht zu unterscheiden.

An feuchten Plätzen findet man häufig das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara), das auch Bitterkresse oder Falsche Brunnenkresse genannt wird.

Die Pflanze hat einen hohen Gehalt an Vitamin C, weshalb sie in früheren Zeiten als Heilmittel gegen Skorbut eingesetzt wurde, daneben auch noch Senföl und Bitterstoffe. Die echte Brunnenkresse unterscheidet sich von der bitteren durch gelb gefärbte Staubfäden in den Blüten, es sind aber beide Arten essbar.

Les acacias commencent à fleurir, il est donc temps de faire et de consommer des beignets de fleurs d’acacia.
Die Akazien beginnen zu blühen, daher ist es an der Zeit, Akazienblütenkrapfen zu backen und zu verzehren.

Cf. : https://www.marmiton.org/recettes/recette_beignets-de-fleurs-d-acacia_12505.aspx

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