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Adventsfenster
Zitat von Andreas am 19. Dezember 2024, 12:30 UhrIn einem sehr empfehlenswerten Film auf ARD TV gestern Mittwoch abends wird dieser Brauch auch gezeigt. Der Film handelt von den letzten Stunden der Entstehung des Weihnachtsoratoriums bei der Familie Bach und der Leipziger politischen Führung.
In einem sehr empfehlenswerten Film auf ARD TV gestern Mittwoch abends wird dieser Brauch auch gezeigt. Der Film handelt von den letzten Stunden der Entstehung des Weihnachtsoratoriums bei der Familie Bach und der Leipziger politischen Führung.
Zitat von Erwin am 20. Dezember 2024, 11:59 UhrWer bringt eigentlich die Geschenke zu Weihnachten?
Ist es der Samiklaus, oder der «Ami-klaus» - Santa Claus, der Weihnachtsmann, oder doch das Christkind? In Russland ist es Väterchen Frost, in Holland wäre es der Sinterclaas und nach katholischer Überlieferung der Bischof St. Nikolaus.
Zur Weihnachtszeit werden diese fiktiven Gestalten in ihrer entsprechenden Verkleidung durch ganz gewöhnliche Leute dargestellt und die Kinder sollen voller Überzeugung an deren Echtheit glauben.
Nikolausstatue auf dem Domplatz in Bari, wo die Gebeine des Heiligen verehrt werden. Die Bronzefigur wurde übrigens vom "frommen" Putin gestiftet.
Der Ursprung von allen diesen Gestalten dürfte im 4. Jahrhundert bei dem Bischof Niklaus von Myra liegen. Der habe mit der Gabe von drei Goldkugeln drei Töchtern die Heirat ermöglicht, so heisst es in der Legende.
Traditioneller Nikolaus bei der Kinderbescherung im oberbayerischen Bauernhofmuseum "Jexhof" im Landkreis FürstenfeldbruckBildquelle: Richard Huber, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Aus dem Struwwelpeter gemeinfrei via Wikimedia Commons
Martin Luther hatte mit Heiligenkult nicht viel am Hut, er nannte den Nikolausbrauch ein "kyndisch ding" und brachte dafür das Christuskind ins Spiel, das Geschenke bringen sollte. Daraus wurde das bis jetzt noch aktive Christkind, das an einigen Weihnachtsmärkten umsatzfördernd auftritt. In Deutschland ist nach wie vor das Christkind der meistverbreitete Geschenkebringer.
Ein Santa der US-Navy bringt Grüsse, Bild gemeinfrei via Wikimedia Commons
Den Kindern in den nordamerikanischen Staaten bringt Santa Claus die Weihnachtsgeschenke. Die Tradition hat ihren Ursprung in Nikolausbräuchen, die einst niederländische Einwanderer mitbrachten. 1931 beauftragte der Getränkehersteller CocaCola im Zuge einer Weihnachtskampagne einen Zeichner damit, Santa Claus neu zu gestalten. Die Darstellung als alter Mann mit rotem Gewand, weißen Haaren und weißem Rauschebart prägt bis heute die Vorstellung vom "Weihnachtsmann" und trug zu seinem Siegeszug als Werbefigur bei. Das klebrig süsse Getränk wird seither mit diesem Design auf Plakaten und sogar mit speziell geschmückten Trucks beworben. In die gleiche Richtung fährt Santa mit seinem Rentierschlitten:
Rudolph, the Red-Nosed Reindeer (Rudolph, das rotnasige Rentier) ist der Titel eines auf einem Malbuch für Kinder basierenden Weihnachtslieds von Johnny Marks, das 1949 in der Interpretation von Gene Autry auf Single erschien und Millionenseller-Status erreichte.
https://youtu.be/44bL90HP0Ys?si=mBOT7W
Der Weihnachtsmann in seiner üblichen Darstellung ist als ein Importprodukt, eine Kopie der CocaCola-Werbefigur. Das darf aber kein Pfarrer oder Religionslehrer den Kindern so erklären, er würde einen Shitstorm auslösen, wie es bereits mehrfach passierte
Aber bereits 19. Jahrhundert wurde das Lied "Morgen kommt der Weihnachtsmann" bekannt, man hat damals den Nikolaus und das Christkind durch eine neutrale Figur ersetzen wollen. Der hier bei uns bekannte Samiklaus kommt am 6. Dezember und ist damit dem Nikolaus nahe.
Als ich vor langen Jahren selbst als Bischof Nikolaus mit dem Knecht Ruprecht unterwegs war, trafen wir auf eine um einen Samiklaus versammelte Kinderschar, aus deren Mitte ein Mädchen plötzlich rief: "Luegit, dört chunnt der richtig Samichlous"
Wer bringt eigentlich die Geschenke zu Weihnachten?
Ist es der Samiklaus, oder der «Ami-klaus» - Santa Claus, der Weihnachtsmann, oder doch das Christkind? In Russland ist es Väterchen Frost, in Holland wäre es der Sinterclaas und nach katholischer Überlieferung der Bischof St. Nikolaus.
Zur Weihnachtszeit werden diese fiktiven Gestalten in ihrer entsprechenden Verkleidung durch ganz gewöhnliche Leute dargestellt und die Kinder sollen voller Überzeugung an deren Echtheit glauben.

Nikolausstatue auf dem Domplatz in Bari, wo die Gebeine des Heiligen verehrt werden. Die Bronzefigur wurde übrigens vom "frommen" Putin gestiftet.
Der Ursprung von allen diesen Gestalten dürfte im 4. Jahrhundert bei dem Bischof Niklaus von Myra liegen. Der habe mit der Gabe von drei Goldkugeln drei Töchtern die Heirat ermöglicht, so heisst es in der Legende.
Traditioneller Nikolaus bei der Kinderbescherung im oberbayerischen Bauernhofmuseum "Jexhof" im Landkreis Fürstenfeldbruck
Bildquelle: Richard Huber, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Aus dem Struwwelpeter gemeinfrei via Wikimedia Commons
Martin Luther hatte mit Heiligenkult nicht viel am Hut, er nannte den Nikolausbrauch ein "kyndisch ding" und brachte dafür das Christuskind ins Spiel, das Geschenke bringen sollte. Daraus wurde das bis jetzt noch aktive Christkind, das an einigen Weihnachtsmärkten umsatzfördernd auftritt. In Deutschland ist nach wie vor das Christkind der meistverbreitete Geschenkebringer.

Ein Santa der US-Navy bringt Grüsse, Bild gemeinfrei via Wikimedia Commons
Den Kindern in den nordamerikanischen Staaten bringt Santa Claus die Weihnachtsgeschenke. Die Tradition hat ihren Ursprung in Nikolausbräuchen, die einst niederländische Einwanderer mitbrachten. 1931 beauftragte der Getränkehersteller CocaCola im Zuge einer Weihnachtskampagne einen Zeichner damit, Santa Claus neu zu gestalten. Die Darstellung als alter Mann mit rotem Gewand, weißen Haaren und weißem Rauschebart prägt bis heute die Vorstellung vom "Weihnachtsmann" und trug zu seinem Siegeszug als Werbefigur bei. Das klebrig süsse Getränk wird seither mit diesem Design auf Plakaten und sogar mit speziell geschmückten Trucks beworben. In die gleiche Richtung fährt Santa mit seinem Rentierschlitten:
Rudolph, the Red-Nosed Reindeer (Rudolph, das rotnasige Rentier) ist der Titel eines auf einem Malbuch für Kinder basierenden Weihnachtslieds von Johnny Marks, das 1949 in der Interpretation von Gene Autry auf Single erschien und Millionenseller-Status erreichte.
Der Weihnachtsmann in seiner üblichen Darstellung ist als ein Importprodukt, eine Kopie der CocaCola-Werbefigur. Das darf aber kein Pfarrer oder Religionslehrer den Kindern so erklären, er würde einen Shitstorm auslösen, wie es bereits mehrfach passierte
Aber bereits 19. Jahrhundert wurde das Lied "Morgen kommt der Weihnachtsmann" bekannt, man hat damals den Nikolaus und das Christkind durch eine neutrale Figur ersetzen wollen. Der hier bei uns bekannte Samiklaus kommt am 6. Dezember und ist damit dem Nikolaus nahe.
Als ich vor langen Jahren selbst als Bischof Nikolaus mit dem Knecht Ruprecht unterwegs war, trafen wir auf eine um einen Samiklaus versammelte Kinderschar, aus deren Mitte ein Mädchen plötzlich rief: "Luegit, dört chunnt der richtig Samichlous"
Zitat von Erwin am 21. Dezember 2024, 11:14 UhrNochmals zur Klosterkirche von Einsiedeln
Die nach dem Tod Meinrads 861 entstandene Einsiedlergemeinschaft wurde vom Strassburger Domherrn Eberhard in eine Benediktinergemeinschaft umgewandelt. Eine erste grössere Kirche nannten sie „Unsere Liebe Frau der Eremiten“.
In der Mitte des 15. Jh. wurde das Gnadenbild „Madonna von Einsiedeln“ geschaffen, zu deren Ehren Wallfahrten unternommen wurden. Die Madonnen-Statue stand in der Kapelle der Meinradszelle im „Unteren Münster“, während im „Oberen Münster“ die Abteikirche war, so wie es noch heute in der Klosterkirche ist.
Älteste Darstellung des Klosters
Im Jahr 1674 begann man mit dem Vorarlberger Baumeister Johann Georg Kuen eine neue Kirche zu bauen. Zunächst entstand der Chor und danach sollten die bestehenden romanische Doppeltürme in die Westfassade integriert werden. Damals war bereits die Schauseite des Klosters konzipiert. Die Gnadenkapelle, an ihrem Platz, musste bei allen Planungen gewürdigt sein.
1691 legte Bruder Kaspar Moosbrugger, ein Schüler des Vorarlbergers Kuen, einen neuen Plan auf den Grundlagen Kuens vor. Es sollten weitere dreissig Jahre mit dem Bau der übrigen Klostergebäude vergehen, bis mit mehreren Planänderungen endlich mit dem Bau der Kirche begonnen werden konnte. Der Neubau musste den verschiedenen sakralen Aufgaben gerecht werden. Damit wurde einerseits Platz für die Wallfahrenden rund um die Gnadenkapelle geschaffen, zum zweiten ein grosser Raum für die Gottesdienstgemeinde und schliesslich der mit dem Gitter abgetrennte Mönchschor. Mit der Ausstattung wurden die Gebrüder Cosmas Damian und Ägid Quirin Asam aus der Wessobrunner Schule mit anderen bedeutenden Künstlern betraut und wir können noch heute das Gesamtkunstwerk bestaunen.
Bildquelle: Zairon, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Common
Die Fertigstellung erlebte Moosbrugger nicht mehr, nach seinem Tod 1723 mussten andere sein Werk abschliessen. Die feierliche Einweihung fand am 3. Mai 1735 statt.
(Zur Gnadenkapelle und der schwarzen Madonna mehr mit aktuellem Bezug im nächsten Beitrag.)
Heute ist das Kloster mit seinen 120 Angestellten einer der grösseren Arbeitgeber am Ort. Von der Weinkellerei über die verschiedenste Handwerkstätten bis zum Marstall mit den berühmten „Cavalli della Madonna“ und auch der Stiftsschule mit Internat ist alles dabei.
Eine Reportage über das Leben im heutigen Kloster von Tele Züri
https://youtu.be/JAN2p7Qj8fE?si=KYzuJap7
Nochmals zur Klosterkirche von Einsiedeln
Die nach dem Tod Meinrads 861 entstandene Einsiedlergemeinschaft wurde vom Strassburger Domherrn Eberhard in eine Benediktinergemeinschaft umgewandelt. Eine erste grössere Kirche nannten sie „Unsere Liebe Frau der Eremiten“.
In der Mitte des 15. Jh. wurde das Gnadenbild „Madonna von Einsiedeln“ geschaffen, zu deren Ehren Wallfahrten unternommen wurden. Die Madonnen-Statue stand in der Kapelle der Meinradszelle im „Unteren Münster“, während im „Oberen Münster“ die Abteikirche war, so wie es noch heute in der Klosterkirche ist.

Älteste Darstellung des Klosters
Im Jahr 1674 begann man mit dem Vorarlberger Baumeister Johann Georg Kuen eine neue Kirche zu bauen. Zunächst entstand der Chor und danach sollten die bestehenden romanische Doppeltürme in die Westfassade integriert werden. Damals war bereits die Schauseite des Klosters konzipiert. Die Gnadenkapelle, an ihrem Platz, musste bei allen Planungen gewürdigt sein.
1691 legte Bruder Kaspar Moosbrugger, ein Schüler des Vorarlbergers Kuen, einen neuen Plan auf den Grundlagen Kuens vor. Es sollten weitere dreissig Jahre mit dem Bau der übrigen Klostergebäude vergehen, bis mit mehreren Planänderungen endlich mit dem Bau der Kirche begonnen werden konnte. Der Neubau musste den verschiedenen sakralen Aufgaben gerecht werden. Damit wurde einerseits Platz für die Wallfahrenden rund um die Gnadenkapelle geschaffen, zum zweiten ein grosser Raum für die Gottesdienstgemeinde und schliesslich der mit dem Gitter abgetrennte Mönchschor. Mit der Ausstattung wurden die Gebrüder Cosmas Damian und Ägid Quirin Asam aus der Wessobrunner Schule mit anderen bedeutenden Künstlern betraut und wir können noch heute das Gesamtkunstwerk bestaunen.

Bildquelle: Zairon, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Common
Die Fertigstellung erlebte Moosbrugger nicht mehr, nach seinem Tod 1723 mussten andere sein Werk abschliessen. Die feierliche Einweihung fand am 3. Mai 1735 statt.
(Zur Gnadenkapelle und der schwarzen Madonna mehr mit aktuellem Bezug im nächsten Beitrag.)
Heute ist das Kloster mit seinen 120 Angestellten einer der grösseren Arbeitgeber am Ort. Von der Weinkellerei über die verschiedenste Handwerkstätten bis zum Marstall mit den berühmten „Cavalli della Madonna“ und auch der Stiftsschule mit Internat ist alles dabei.
Eine Reportage über das Leben im heutigen Kloster von Tele Züri
Zitat von Erwin am 22. Dezember 2024, 9:39 UhrDie Gnadenkapelle der Madonna von Eisiedeln
Sie bildet das eigentliche Herz des Klosters
Bildquelle: Pater Philipp Steiner OSB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die mittelalterliche Legende erzählt, dass die erste Kapelle von Christus in Gegenwart vieler Engel und Heiligen geweiht worden sei. Der Weihetag der Gnadenkapelle wird bis heute als „Engelweihe“ jedes Jahr am 14. September gefeiert.
Nach der Zerstörung durch französische Truppen 1798 wurde die Kapelle 1817 aus den alten Steinen im klassizistischen Stil neu aufgebaut.
Die Mönche feiern ihre Tagesgebete im sogenannten „Oberen Chor Der Tag beginnt mit der Vigil um 05.30 Uhr und der Laudes um 07.15 Uhr“, welche nach jahrhundertealter Tradition in lateinischer Sprache als gregorianischem Choral gesungen werden. Zum Abschluss der Vesper, die an jedem Tag des Jahres um 16.30 Uhr als Abendgebet gefeiert wird, ziehen die Mönche aus ihrem abgetrennten Chorraum zur Marienkapelle, wo sie mit dem bekannten vierstimmigen «Salve Regina», vor dem Gnadenbild den Tag beschliessen.
https://youtu.be/iF0r70MA680?si=N7ZO1jXq
Das Madonnenbild
Pater Philipp Steiner OSB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Kürzlich hat ein verwirrter Mann mit muslimischem Hintergrund vor allen Leuten der Madonna die kostbaren Umhänge abgerissen. Warum ist nicht bekannt, man kann nur spekulieren. Die Statue bekam keine grossen Beschädigungen, sie wird restauriert und ist zwischenzeitlich durch eine Kopie ersetzt worden. Unter den Kleidern sieht die Figur so aus:
Beat Ruest, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Beschreibung: Modell nach dem Original der Schwarzen Madonna von Einsiedeln, etwas verkleinert, aber in originaler Gestaltung. Die Madonna trägt ein in Holz geschnitztes Gewand, dunkel-rot-braun bemalt, mit goldenen Borten. So sieht das Original ohne „Behang", also ohne Stoffkleid aus.
Von Seiten des Klosters Einsiedeln wurde kein grosses Aufheben vom Geschehen gemacht, dem Täter wird aufgrund seines Geisteszustands verziehen sein.
Ein anders „Sakrileg“ hat die Zürcher Politikerin Sanija Ameti GLP begangen, indem sie ein aus einem Katalog herausgerissenes Bild der Madonna als Zielscheibe für ihr Schiesstraining benutzte und das Bild in den Medien postete. Für die Aktion hat sie sich mit grossem Bedauern entschuldigt und auch ihr wird von Seiten des Bischofs verziehen. Man stelle sich vor, eine andere Person hätte eine ähnliche Aktion mit einem Bild des Propheten Mohamed veranstaltet, was wäre da wohl passiert.
In Paris standen gerade die Helfer des Mörders des Lehrers Samuel Paty vor Gericht. Er musste sterben, weil er Mohamed-Karikaturen als Ausdruck der Meinungsfreiheit bezeichnete.
Und aktuell hat ein 50-jähriger Arzt mit saudi-arabischen Wurzeln in Magdeburg ein Massaker unter den Besuchern des Weihnachtsmarktes angerichtet. Warum er das tat, ist noch nicht bekannt. Jetzt Gründe zu suchen, wäre spekulativ.
Warum sind es immer wieder Menschen mit Herkunft aus islamischen Ländern, die Symbole und Traditionsanlässe unserer christlichen, abendländischen Kultur angreifen?
Sollten nicht wir selber besser zu unseren eigenen Werten stehen? Wenn man mit anzüglichen, respektlosen Witzen, oder verächtlichem Spott unsere ererbten Bräuche und Riten entwertet, so könnte das auch bei den anderen Hassaktionen eine Rechtfertigung sein.
Deshalb sollten wir unsere alten Bräuche, Lieder und Feste mit Freude singen und feiern und uns nicht beirren lassen.
Die Gnadenkapelle der Madonna von Eisiedeln
Sie bildet das eigentliche Herz des Klosters

Bildquelle: Pater Philipp Steiner OSB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die mittelalterliche Legende erzählt, dass die erste Kapelle von Christus in Gegenwart vieler Engel und Heiligen geweiht worden sei. Der Weihetag der Gnadenkapelle wird bis heute als „Engelweihe“ jedes Jahr am 14. September gefeiert.
Nach der Zerstörung durch französische Truppen 1798 wurde die Kapelle 1817 aus den alten Steinen im klassizistischen Stil neu aufgebaut.
Die Mönche feiern ihre Tagesgebete im sogenannten „Oberen Chor Der Tag beginnt mit der Vigil um 05.30 Uhr und der Laudes um 07.15 Uhr“, welche nach jahrhundertealter Tradition in lateinischer Sprache als gregorianischem Choral gesungen werden. Zum Abschluss der Vesper, die an jedem Tag des Jahres um 16.30 Uhr als Abendgebet gefeiert wird, ziehen die Mönche aus ihrem abgetrennten Chorraum zur Marienkapelle, wo sie mit dem bekannten vierstimmigen «Salve Regina», vor dem Gnadenbild den Tag beschliessen.
Das Madonnenbild

Pater Philipp Steiner OSB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Kürzlich hat ein verwirrter Mann mit muslimischem Hintergrund vor allen Leuten der Madonna die kostbaren Umhänge abgerissen. Warum ist nicht bekannt, man kann nur spekulieren. Die Statue bekam keine grossen Beschädigungen, sie wird restauriert und ist zwischenzeitlich durch eine Kopie ersetzt worden. Unter den Kleidern sieht die Figur so aus:

Beat Ruest, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Beschreibung: Modell nach dem Original der Schwarzen Madonna von Einsiedeln, etwas verkleinert, aber in originaler Gestaltung. Die Madonna trägt ein in Holz geschnitztes Gewand, dunkel-rot-braun bemalt, mit goldenen Borten. So sieht das Original ohne „Behang", also ohne Stoffkleid aus.
Von Seiten des Klosters Einsiedeln wurde kein grosses Aufheben vom Geschehen gemacht, dem Täter wird aufgrund seines Geisteszustands verziehen sein.
Ein anders „Sakrileg“ hat die Zürcher Politikerin Sanija Ameti GLP begangen, indem sie ein aus einem Katalog herausgerissenes Bild der Madonna als Zielscheibe für ihr Schiesstraining benutzte und das Bild in den Medien postete. Für die Aktion hat sie sich mit grossem Bedauern entschuldigt und auch ihr wird von Seiten des Bischofs verziehen. Man stelle sich vor, eine andere Person hätte eine ähnliche Aktion mit einem Bild des Propheten Mohamed veranstaltet, was wäre da wohl passiert.
In Paris standen gerade die Helfer des Mörders des Lehrers Samuel Paty vor Gericht. Er musste sterben, weil er Mohamed-Karikaturen als Ausdruck der Meinungsfreiheit bezeichnete.
Und aktuell hat ein 50-jähriger Arzt mit saudi-arabischen Wurzeln in Magdeburg ein Massaker unter den Besuchern des Weihnachtsmarktes angerichtet. Warum er das tat, ist noch nicht bekannt. Jetzt Gründe zu suchen, wäre spekulativ.
Warum sind es immer wieder Menschen mit Herkunft aus islamischen Ländern, die Symbole und Traditionsanlässe unserer christlichen, abendländischen Kultur angreifen?
Sollten nicht wir selber besser zu unseren eigenen Werten stehen? Wenn man mit anzüglichen, respektlosen Witzen, oder verächtlichem Spott unsere ererbten Bräuche und Riten entwertet, so könnte das auch bei den anderen Hassaktionen eine Rechtfertigung sein.
Deshalb sollten wir unsere alten Bräuche, Lieder und Feste mit Freude singen und feiern und uns nicht beirren lassen.
Zitat von Erwin am 23. Dezember 2024, 9:22 UhrHeute habe ich eine meiner alten Geschichten ausgegraben:
Der Löwe Gottes
Gerne erinnere ich mich an die Zeit als kleiner Schulbub Ministrant in unserer Dorfkirche war. Damals gab es an der Türe aus der Sakristei eine Glocke, die jeweils von dem ersten Messdiener beim Einzug des Priesters gezogen wurde, was eigentlich das Zeichen für das Volk zum Aufstehen war. Damit setzte ordnungsgemäss auch das Orgelspiel ein und die Messe konnte beginnen.
Die altehrwürdige Orgel war damals ein recht asthmatisches Instrument. Der Luftdruck für die Pfeifen musste mit kräftigen Fusstritten auf einen heraus-stehenden Balken durch einen Blasebalg aufgebaut werden. Organisten waren der Lehrer, „der sowohl die Kinder als auch die Orgel schlug“ und eine späte Jungfrau namens Gerlinde, die gerade neben der Kirche wohnte. Als Blasebalgtreter amtete sehr gewissenhaft ein einfältiger Mann mit Namen Leo. Weil er als Kind das „R“ bei Drei nicht sagen konnte, wurde ihm der Spottname Leo-dei angehängt.
Als nun an einem hohen Sonntag, vor dem Amt, die ganz nahe wohnende Organistin Gerlinde erst im allerletzten Augenblick auf die Empore geeilt kam, wartete Leo-dei bereits seit einer Viertelstunde auf seinen Einsatz, natürlich ohne den Blasbalg gefüllt zu haben. Im Vorbeihetzen zischte die Gerlinde ihm: „Luft, Luft“ zu. Leo wartete jedoch brummend und seelenruhig das Signal der Ministranten zum Einzug ab, bis er seine Arbeit begann und so wurde das feierliche Einspielen mangels Luft zu einem jämmerlichen Werk.
Das gab im ganzen Dorf zu Lachen, wie der simple Leo die hochnäsige Dame für ihr Zuspätkommen bestrafte.
Der Leo-dei ist indessen schon seit vielen Jahren begraben und vergessen und auch die Orgel wurde modernisiert und hat jetzt ein elektrisch betriebenes Windwerk.
Als ich für unsere Hauskrippe aus einem Stück Lindenholz eine neue Figur schnitzte, sollte das ein Bauernknecht werden. Beim Fortschritt der Arbeit wurde mir langsam klar, wer da zum Vorschein kam: Leo-dei.
Dabei ist mir auch diese Geschichte wieder eingefallen und mir wurde die lateinische Bedeutung von LEO DEI bewusst, was so viel bedeutet wie: Löwe Gottes.
Wenn jetzt über den Wolken das himmlische Orchester und die vereinten Chöre der Engel mit Georg Friedrich Händel den «Messias» musizieren und das «Halleluja» erklingt und wenn Johann Sebastian Bach auf der grossen Orgel die «Toccata und Fuge» erschallen lässt, dann ist vielleicht hinter der Orgel der Blasebalgtreter unser LEO DEI und ganz bestimmt wird es nicht fehlen an genügend Luft.
ew, Januar 2005
Toccata und Fuge
https://youtu.be/nsXIuDfxNMs?si=tliL6b3BS
Heute habe ich eine meiner alten Geschichten ausgegraben:
Der Löwe Gottes
Gerne erinnere ich mich an die Zeit als kleiner Schulbub Ministrant in unserer Dorfkirche war. Damals gab es an der Türe aus der Sakristei eine Glocke, die jeweils von dem ersten Messdiener beim Einzug des Priesters gezogen wurde, was eigentlich das Zeichen für das Volk zum Aufstehen war. Damit setzte ordnungsgemäss auch das Orgelspiel ein und die Messe konnte beginnen.

Die altehrwürdige Orgel war damals ein recht asthmatisches Instrument. Der Luftdruck für die Pfeifen musste mit kräftigen Fusstritten auf einen heraus-stehenden Balken durch einen Blasebalg aufgebaut werden. Organisten waren der Lehrer, „der sowohl die Kinder als auch die Orgel schlug“ und eine späte Jungfrau namens Gerlinde, die gerade neben der Kirche wohnte. Als Blasebalgtreter amtete sehr gewissenhaft ein einfältiger Mann mit Namen Leo. Weil er als Kind das „R“ bei Drei nicht sagen konnte, wurde ihm der Spottname Leo-dei angehängt.
Als nun an einem hohen Sonntag, vor dem Amt, die ganz nahe wohnende Organistin Gerlinde erst im allerletzten Augenblick auf die Empore geeilt kam, wartete Leo-dei bereits seit einer Viertelstunde auf seinen Einsatz, natürlich ohne den Blasbalg gefüllt zu haben. Im Vorbeihetzen zischte die Gerlinde ihm: „Luft, Luft“ zu. Leo wartete jedoch brummend und seelenruhig das Signal der Ministranten zum Einzug ab, bis er seine Arbeit begann und so wurde das feierliche Einspielen mangels Luft zu einem jämmerlichen Werk.
Das gab im ganzen Dorf zu Lachen, wie der simple Leo die hochnäsige Dame für ihr Zuspätkommen bestrafte.
Der Leo-dei ist indessen schon seit vielen Jahren begraben und vergessen und auch die Orgel wurde modernisiert und hat jetzt ein elektrisch betriebenes Windwerk.

Als ich für unsere Hauskrippe aus einem Stück Lindenholz eine neue Figur schnitzte, sollte das ein Bauernknecht werden. Beim Fortschritt der Arbeit wurde mir langsam klar, wer da zum Vorschein kam: Leo-dei.
Dabei ist mir auch diese Geschichte wieder eingefallen und mir wurde die lateinische Bedeutung von LEO DEI bewusst, was so viel bedeutet wie: Löwe Gottes.
Wenn jetzt über den Wolken das himmlische Orchester und die vereinten Chöre der Engel mit Georg Friedrich Händel den «Messias» musizieren und das «Halleluja» erklingt und wenn Johann Sebastian Bach auf der grossen Orgel die «Toccata und Fuge» erschallen lässt, dann ist vielleicht hinter der Orgel der Blasebalgtreter unser LEO DEI und ganz bestimmt wird es nicht fehlen an genügend Luft.
ew, Januar 2005
Toccata und Fuge
Zitat von Andreas am 23. Dezember 2024, 12:05 UhrLieber Erwin, ein herzliches Dankeschön hast Du wahrlich verdient für Deine Adventsfenster.
Ich meine zwar zu wissen, was Du beruflich gearbeitet hast. Wie Du hier Deine verborgene Berufung als feinfühliger wortreicher und sehr gebildeter Schriftsteller uns im seniorbern geniessen lässt, darf gewiss ein Mal deutlich gelobt und anerkennend verdankt werden.
Wir, Monika (Söpheli), und ich wünschen Dir und Deiner ganzen Familie frohe Festtage und alles Gute im neuen Jahr mit herzlichen Grüssen Andreas.
Lieber Erwin, ein herzliches Dankeschön hast Du wahrlich verdient für Deine Adventsfenster.
Ich meine zwar zu wissen, was Du beruflich gearbeitet hast. Wie Du hier Deine verborgene Berufung als feinfühliger wortreicher und sehr gebildeter Schriftsteller uns im seniorbern geniessen lässt, darf gewiss ein Mal deutlich gelobt und anerkennend verdankt werden.
Wir, Monika (Söpheli), und ich wünschen Dir und Deiner ganzen Familie frohe Festtage und alles Gute im neuen Jahr mit herzlichen Grüssen Andreas.
Zitat von Erwin am 24. Dezember 2024, 8:52 UhrVielen Dank für die Blumen, lieber Andreas. Auf deinen Hinweis auf den Film über Johann Sebastian Bach hin habe ich die Übertragung nochmals hervorgeholt und zum Anstoss für diesen letzten Beitrag genommen. Dass ich meine täglichen Gedanken und Empfindungen in der Adventszeit hier ausbreiten konnte, hat vielleicht manche erfreuen können oder zum Nachdenken inspiriert und hoffentlich niemanden gestört.
Damit wünsche ich allen SeniorBernern und BäreHöcklerinen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Johann Sebastian Bach
Für viele sind die vier Paukenschläge aus dem Eingangschor des «Weihnachtsoratoriums» ein Signal: Jetzt steht Weihnachten bevor. Jetzt gebe ich mich ganz dieser wunderbaren Musik hin, um die doch so vertraute Geschichte immer wieder neu staunend zu hören.
Und so lasst uns jauchzen und frohlocken, lasst uns bei «Großer Herr und starker König» verstohlen mitwippen und lasst uns heimlich die anrührenden Choräle mitsingen. Kurzum: Genießen wir zusammen in der Frauenkirche die ganze Magie von Bachs «Weihnachtsoratorium».
So steht es im Einladungstext zu den Konzerten der Dresdener Frauenkirche.Hier eine ältere Aufnahme aus der Frauenkirche:
https://youtu.be/H9cowJXQP9E?si=BRHVSDjcUxzOj3Yb
Advents-Konzert 2015 Frauenkirche Dresden J.S. Bach BWV 248 Weihnachtsoratorium Eingangschor: «Jauchzet, frohlocket»
Vielen Dank für die Blumen, lieber Andreas. Auf deinen Hinweis auf den Film über Johann Sebastian Bach hin habe ich die Übertragung nochmals hervorgeholt und zum Anstoss für diesen letzten Beitrag genommen. Dass ich meine täglichen Gedanken und Empfindungen in der Adventszeit hier ausbreiten konnte, hat vielleicht manche erfreuen können oder zum Nachdenken inspiriert und hoffentlich niemanden gestört.

Damit wünsche ich allen SeniorBernern und BäreHöcklerinen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Johann Sebastian Bach
Für viele sind die vier Paukenschläge aus dem Eingangschor des «Weihnachtsoratoriums» ein Signal: Jetzt steht Weihnachten bevor. Jetzt gebe ich mich ganz dieser wunderbaren Musik hin, um die doch so vertraute Geschichte immer wieder neu staunend zu hören.
Und so lasst uns jauchzen und frohlocken, lasst uns bei «Großer Herr und starker König» verstohlen mitwippen und lasst uns heimlich die anrührenden Choräle mitsingen. Kurzum: Genießen wir zusammen in der Frauenkirche die ganze Magie von Bachs «Weihnachtsoratorium».
So steht es im Einladungstext zu den Konzerten der Dresdener Frauenkirche.
Hier eine ältere Aufnahme aus der Frauenkirche:
Advents-Konzert 2015 Frauenkirche Dresden J.S. Bach BWV 248 Weihnachtsoratorium Eingangschor: «Jauchzet, frohlocket»