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Adventsfenster
Zitat von Erwin am 10. Dezember 2024, 10:48 UhrIn diesen Wochen werden allerorts Weihnachtsmärkte abgehalten. Mir ist der damit verbundene Trubel mit den Menschenmassen eigentlich zuwider. Ausnahmsweise liess ich mich für einmal darauf ein, mit Frau und Töchtern den Markt in Einsiedeln zu besuchen. Es sei der schönste Weihnachtsmarkt, so schreiben sie auf der Website. Tatsächlich waren das hier im Klosterdorf eine grosse Menge gut sortierter Stände, nach der Ausstellerliste 150 Buden.
Vom Bahnhof bis zum Klosterplatz und dort herum gab es für jede und jeden etwas, das man hätte kaufen können oder sollen.
Was gibt es da nicht alles, überaus süsse Backwaren oder rustikale Brotsorten, natürlich den obligaten Glühwein, aber auch höher prozentige Getränke, oder auch Raclette, Bratwürste und was man sonst so von Hand und im Stehen verzehren kann. Wir verzogen uns um die Mittagszeit in ein etwas abgelegenes Bistro in einem Ladenzentrum und konnten dort in Ruhe und im Sitzen etwas essen.
Was wir dort im Klosterdorf sonst noch erlebten, darüber nächstens mehr.
In diesen Wochen werden allerorts Weihnachtsmärkte abgehalten. Mir ist der damit verbundene Trubel mit den Menschenmassen eigentlich zuwider. Ausnahmsweise liess ich mich für einmal darauf ein, mit Frau und Töchtern den Markt in Einsiedeln zu besuchen. Es sei der schönste Weihnachtsmarkt, so schreiben sie auf der Website. Tatsächlich waren das hier im Klosterdorf eine grosse Menge gut sortierter Stände, nach der Ausstellerliste 150 Buden.

Vom Bahnhof bis zum Klosterplatz und dort herum gab es für jede und jeden etwas, das man hätte kaufen können oder sollen.



Was gibt es da nicht alles, überaus süsse Backwaren oder rustikale Brotsorten, natürlich den obligaten Glühwein, aber auch höher prozentige Getränke, oder auch Raclette, Bratwürste und was man sonst so von Hand und im Stehen verzehren kann. Wir verzogen uns um die Mittagszeit in ein etwas abgelegenes Bistro in einem Ladenzentrum und konnten dort in Ruhe und im Sitzen etwas essen.
Was wir dort im Klosterdorf sonst noch erlebten, darüber nächstens mehr.
Zitat von Erwin am 11. Dezember 2024, 13:54 UhrEin ganzer Tag, nur Weihnachtsmarkt wäre zu viel des guten, deshalb hatten wir noch eine Klosterführung gebucht, zuvor aber noch das Krippen-Diorama und das Kreuzigungs-Panoramabild besucht. Ich hatte diese schon vor einigen Jahren gesehen, doch auch beim zweiten Mal kann man wieder einiges neues entdecken.
Hier ein Wasserschöpfrad, angetrieben durch einen von Menschen angetriebenen "Göpel", wie er vor Einführung der Elektromotoren auch hierzulande zum Getreidedreschen benutzt wurde. In biblischer Zeit wurden so die Felder bewässert.
Oder hier, wie der Hirtenschar von den Engeln über das Ereignis ganz in ihrer Nähe berichtet wird.
Und hier, vom Eintreffen der Weisen aus dem Morgenland. Ein Gewimmel von Figuren, schön erklärt durch eine Lautsprecherstimme aus dem Hintergrund.
Das Diorama zur Geburt Christi wurde 1954 eröffnet. Der Südtiroler Krippenschnitzer Ferdinand Pöttmesser hatte die ca. 50 Figuren geschnitzt und fand 1934 in Einsiedeln Käufer. Danach wurde das Gebäude speziell dafür errichtet. Weitere Künstler aus dem oberbayrischen und Tiroler Raum gestalteten das 35 m lange und bis 4,5 m hohe Hintergrundbild und die plastische 80 m² grosse, plastische Landschaft.
Zahlreiche Besucher lassen sich hier vorweihnachtlich einstimmen.
Morgen mehr zum Panorama.
Ein ganzer Tag, nur Weihnachtsmarkt wäre zu viel des guten, deshalb hatten wir noch eine Klosterführung gebucht, zuvor aber noch das Krippen-Diorama und das Kreuzigungs-Panoramabild besucht. Ich hatte diese schon vor einigen Jahren gesehen, doch auch beim zweiten Mal kann man wieder einiges neues entdecken.

Hier ein Wasserschöpfrad, angetrieben durch einen von Menschen angetriebenen "Göpel", wie er vor Einführung der Elektromotoren auch hierzulande zum Getreidedreschen benutzt wurde. In biblischer Zeit wurden so die Felder bewässert.

Oder hier, wie der Hirtenschar von den Engeln über das Ereignis ganz in ihrer Nähe berichtet wird.

Und hier, vom Eintreffen der Weisen aus dem Morgenland. Ein Gewimmel von Figuren, schön erklärt durch eine Lautsprecherstimme aus dem Hintergrund.

Das Diorama zur Geburt Christi wurde 1954 eröffnet. Der Südtiroler Krippenschnitzer Ferdinand Pöttmesser hatte die ca. 50 Figuren geschnitzt und fand 1934 in Einsiedeln Käufer. Danach wurde das Gebäude speziell dafür errichtet. Weitere Künstler aus dem oberbayrischen und Tiroler Raum gestalteten das 35 m lange und bis 4,5 m hohe Hintergrundbild und die plastische 80 m² grosse, plastische Landschaft.
Zahlreiche Besucher lassen sich hier vorweihnachtlich einstimmen.
Morgen mehr zum Panorama.
Zitat von Erwin am 12. Dezember 2024, 9:45 UhrIn einem anderen Gebäude in Einsiedeln wird das "Panorama Kreuzigung Christi" gezeigt. Eines der drei letzten grossen Rundpanoramen zu diesem Thema weltweit. Die anderen sind in Altötting und in Quebec, Kanada erhalten geblieben.
Im letzte Drittel des 19. Jahrhunderts wurden in vielen Städten Panoramen eingerichtet, vor allem mit Schlachtszenen, oder wie in Thun mit dem Stadtpanorama. Man wollte mit den Eintrittsgeldern ein Geschäft machen, so auch in Einsiedeln. Die auf diese Art religiöser Bilder spezialisierten Künstler Karl Hubert Frosch und Joseph Krieger schlossen 1892 mit einem in Stuttgart ansässigen Panorama-Unternehmer einen Vertrag über die Herstellung eines Panoramas Kreuzigung Christi. Als möglichen Partner für einen Standort wurde das Kloster im Wallfahrtsort Einsiedeln in der Schweiz vergeblich angefragt, mit einheimischen Firmen konnte jedoch das Projekt realisiert werden.
Gemalt wurde das 10 Meter hohe und 100 Meter lange Riesenrundgemälde in sechs Monaten im Panorama-Gebäude an der Theresienhöhe in München.
Am 1. Juli 1893 wurde das Panorama Kreuzigung Christi in Einsiedeln in einem eigens errichteten Gebäude, einem zwölfeckigen Zentralbau von 33 Metern Durchmesser, feierlich eröffnet. Es entwickelte sich schnell zu einer gut besuchten Sehenswürdigkeit des Wallfahrtsortes.
Leider ging das erste Panorama in Einsiedeln am 17. März 1960 verloren, als bei Renovierungsarbeiten Feuer ausbrach und Gebäude und Gemälde vollständig verbrannten. Noch im selben Jahr entschloss man sich zu einem Neubau und zu einer Neugestaltung des Bildes nach vorhandenen Farbaufnahmen. Die Wiener Künstler Prof. Hans Wulz und Prof. Josef Fastl haben aber keine genaue Kopie oder Reproduktion des alten Bildes gemalt, das neue Bild sollte in malerisch-künstlerischer Hinsicht eine zeitgemäss moderne Auffassung zeigen. Es entstand 1961/62 innerhalb eines halben Jahres, in gleicher Grösse und in allen Details der Komposition dem Vorbild folgend, allerdings in einer freieren Malweise, die sich von der detaillierten realistischen des ursprünglichen Bildes unterscheidet.
Die nach dem alten Vorbild neu geschaffene plastische Vordergrundlandschaft wurde von Hans Städeli in Zusammenarbeit mit Bühnenbildnern des Berner Stadttheaters erstellt. Die Wiedereröffnung fand am 14. April 1962 statt.
Damit haben auch Berner Künstler einen zwar kleinen, aber wesentlichen Beitrag zu Einsiedelns Attraktionen geleistet.
In einem anderen Gebäude in Einsiedeln wird das "Panorama Kreuzigung Christi" gezeigt. Eines der drei letzten grossen Rundpanoramen zu diesem Thema weltweit. Die anderen sind in Altötting und in Quebec, Kanada erhalten geblieben.
Im letzte Drittel des 19. Jahrhunderts wurden in vielen Städten Panoramen eingerichtet, vor allem mit Schlachtszenen, oder wie in Thun mit dem Stadtpanorama. Man wollte mit den Eintrittsgeldern ein Geschäft machen, so auch in Einsiedeln. Die auf diese Art religiöser Bilder spezialisierten Künstler Karl Hubert Frosch und Joseph Krieger schlossen 1892 mit einem in Stuttgart ansässigen Panorama-Unternehmer einen Vertrag über die Herstellung eines Panoramas Kreuzigung Christi. Als möglichen Partner für einen Standort wurde das Kloster im Wallfahrtsort Einsiedeln in der Schweiz vergeblich angefragt, mit einheimischen Firmen konnte jedoch das Projekt realisiert werden.
Gemalt wurde das 10 Meter hohe und 100 Meter lange Riesenrundgemälde in sechs Monaten im Panorama-Gebäude an der Theresienhöhe in München.
Am 1. Juli 1893 wurde das Panorama Kreuzigung Christi in Einsiedeln in einem eigens errichteten Gebäude, einem zwölfeckigen Zentralbau von 33 Metern Durchmesser, feierlich eröffnet. Es entwickelte sich schnell zu einer gut besuchten Sehenswürdigkeit des Wallfahrtsortes.
Leider ging das erste Panorama in Einsiedeln am 17. März 1960 verloren, als bei Renovierungsarbeiten Feuer ausbrach und Gebäude und Gemälde vollständig verbrannten. Noch im selben Jahr entschloss man sich zu einem Neubau und zu einer Neugestaltung des Bildes nach vorhandenen Farbaufnahmen. Die Wiener Künstler Prof. Hans Wulz und Prof. Josef Fastl haben aber keine genaue Kopie oder Reproduktion des alten Bildes gemalt, das neue Bild sollte in malerisch-künstlerischer Hinsicht eine zeitgemäss moderne Auffassung zeigen. Es entstand 1961/62 innerhalb eines halben Jahres, in gleicher Grösse und in allen Details der Komposition dem Vorbild folgend, allerdings in einer freieren Malweise, die sich von der detaillierten realistischen des ursprünglichen Bildes unterscheidet.
Die nach dem alten Vorbild neu geschaffene plastische Vordergrundlandschaft wurde von Hans Städeli in Zusammenarbeit mit Bühnenbildnern des Berner Stadttheaters erstellt. Die Wiedereröffnung fand am 14. April 1962 statt.
Damit haben auch Berner Künstler einen zwar kleinen, aber wesentlichen Beitrag zu Einsiedelns Attraktionen geleistet.
Zitat von Erwin am 13. Dezember 2024, 10:17 UhrEin kleines, süsses Museum haben wir auch noch besucht, das Lebkuchenmuseum Goldapfel.
Hinter dem Ladengeschäft, über ein paar Treppenstufen, gelangt man in die ehemaligen Backstuben und Kontors, wo die Gerätschaften und Modeln ausgestellt sind. Hier kann man die lokalen Spezialitäten wie "Schafböcke", Biberli, oder Lebkuchen erstehen.
Wer sich für Kerzen erwärmen will, kann bei Lienert Kerzen, oder Schnyder Kerzen hineinschauen.
Um die Mittagszeit war das Kinderkarussell noch wenig besucht.
Wir streiften nochmals durch die Marktgassen, bis es Zeit für die Klosterführung war.
Ein kleines, süsses Museum haben wir auch noch besucht, das Lebkuchenmuseum Goldapfel.

Hinter dem Ladengeschäft, über ein paar Treppenstufen, gelangt man in die ehemaligen Backstuben und Kontors, wo die Gerätschaften und Modeln ausgestellt sind. Hier kann man die lokalen Spezialitäten wie "Schafböcke", Biberli, oder Lebkuchen erstehen.
Wer sich für Kerzen erwärmen will, kann bei Lienert Kerzen, oder Schnyder Kerzen hineinschauen.

Um die Mittagszeit war das Kinderkarussell noch wenig besucht.
Wir streiften nochmals durch die Marktgassen, bis es Zeit für die Klosterführung war.
Zitat von Erwin am 14. Dezember 2024, 10:00 Uhr
Wir wenden uns dem Kloster zu.
Um elf Uhr war der Platz noch menschenleer, so konnte ich dieses Bild gut ausrichten. Aus den vierzehn Röhren des Marienbrunnens fliesst Quellwasser, dem Heilwirkung zugesprochen wird. Die Quellfassung der Meinrads-Legende ist etwas versteckt oben in der rechten Galerie.
Der heilige Meinrad von Einsiedeln war ein Benediktinermönch aus dem Kloster Reichenau, der sich im Jahr 828 auf den Etzelspass als Einsiedler zurückgezogen hatte. Die ihm gespendeten Gaben verteilte er an die Armen weiter und stand als Lehrer und Ratgeber den vielen Besucher bei. Weil ihm der Andrang zu viel wurde, verlegte er seine Klause weiter südlich in den "Finstern Wald" und baute dort eine Kapelle. Damit war der Ursprung des heutigen Klosters geschaffen.
Der Hügel im rechten Bildhintergrund ist der Etzel, wo ein Ort mit einer Kapelle und einem Gasthaus Names St. Meinrad den vom Rapperswiler Seedamm herkommenden Jakobspilgern noch immer Herberge bietet.
Das Leben des Einsiedlers Meinrad fand am 21. Januar 861 sein Ende, als zwei Landstreicher ihn erschlugen, um ihm seine wenige Habe zu rauben. Zwei Raben, die Meinrad aufgezogen hatte, verfolgten die beiden flüchtenden Räuber bis nach Zürich, wo sie ihre gerechte Strafe erhielten.
So steht es hier in dem Buch von 1567 geschrieben, das in der Klosterbibliothek aufbewahrt wird.
Wir wenden uns dem Kloster zu.

Um elf Uhr war der Platz noch menschenleer, so konnte ich dieses Bild gut ausrichten. Aus den vierzehn Röhren des Marienbrunnens fliesst Quellwasser, dem Heilwirkung zugesprochen wird. Die Quellfassung der Meinrads-Legende ist etwas versteckt oben in der rechten Galerie.
Der heilige Meinrad von Einsiedeln war ein Benediktinermönch aus dem Kloster Reichenau, der sich im Jahr 828 auf den Etzelspass als Einsiedler zurückgezogen hatte. Die ihm gespendeten Gaben verteilte er an die Armen weiter und stand als Lehrer und Ratgeber den vielen Besucher bei. Weil ihm der Andrang zu viel wurde, verlegte er seine Klause weiter südlich in den "Finstern Wald" und baute dort eine Kapelle. Damit war der Ursprung des heutigen Klosters geschaffen.
Der Hügel im rechten Bildhintergrund ist der Etzel, wo ein Ort mit einer Kapelle und einem Gasthaus Names St. Meinrad den vom Rapperswiler Seedamm herkommenden Jakobspilgern noch immer Herberge bietet.

Das Leben des Einsiedlers Meinrad fand am 21. Januar 861 sein Ende, als zwei Landstreicher ihn erschlugen, um ihm seine wenige Habe zu rauben. Zwei Raben, die Meinrad aufgezogen hatte, verfolgten die beiden flüchtenden Räuber bis nach Zürich, wo sie ihre gerechte Strafe erhielten.

So steht es hier in dem Buch von 1567 geschrieben, das in der Klosterbibliothek aufbewahrt wird.
Zitat von Erwin am 15. Dezember 2024, 19:07 Uhr
Vor dem Barocksaal der Stiftsbibliothek hat der Bauherr Abt Nikolaus II. Imfeld sein überaus mächtig-verziertes Wappen anbringen lassen. Es wurde angeblich vom Tessiner Stuckateur Marsilio Roncati 1710 gestaltet, der im Jahr vorher die Dekorationen im Grossen Saal der Abtei einbrachte.
Recht beeindruckend von der Architektur her, wirkt der Raum mit seiner gewölbten Decke, die auf drei Säulen in kunstvollem Stuckmarmor gestützt ist. Das Rankenwerk an der Decke in leichtem Régencestil stammt vom Stuckateur Anton Mayer aus Schwarzenberg vom Bregenzer Wald. Die Medaillons in den Fensternischen mit Porträts von Kaisern und Päpsten hat angeblich Josef Anton Feuchtmeier von Salem hergestellt. Von ihm kennen wir Berner die Decke der Berner Heiliggeistkirche. In Einsiedeln war sein Wirken sonst auf den Stuckmarmor der Seitenaltäre der Kirche beschränkt.
Vollgestopft mit Büchern bis oben hin und doch ist hier nur ein kleiner Teil des Bestandes zu sehen. Mit den in anderen Archivräumen der im Jahr 934 gegründeten Bibliothek gibt es 1280 Handschriften, 1 080Bände Inknabeln und Frühdrucke, 230 000 gedruckte Bücher mit einem jährlichen Zuwachs von 500-800 Bänden, plus etwa 200 laufende Periodika die vor allem das Kloster betreffen.
Handgeschriebene Bücher
Die Wolfgangs Legende, 1475 in Burgdorf gedruckt
Wer kann die Handschrift lesen?
Mir war die Einsiedler Bücherei bereits ein Begriff als ich im letzten Jahr ein nur noch als Fragment vorhandenes Buch aus dem Nachlass meines Grossvaters versuchte wieder brauchbar zu machen, doch darüber will ich morgen mehr zeigen und schreiben.

Vor dem Barocksaal der Stiftsbibliothek hat der Bauherr Abt Nikolaus II. Imfeld sein überaus mächtig-verziertes Wappen anbringen lassen. Es wurde angeblich vom Tessiner Stuckateur Marsilio Roncati 1710 gestaltet, der im Jahr vorher die Dekorationen im Grossen Saal der Abtei einbrachte.

Recht beeindruckend von der Architektur her, wirkt der Raum mit seiner gewölbten Decke, die auf drei Säulen in kunstvollem Stuckmarmor gestützt ist. Das Rankenwerk an der Decke in leichtem Régencestil stammt vom Stuckateur Anton Mayer aus Schwarzenberg vom Bregenzer Wald. Die Medaillons in den Fensternischen mit Porträts von Kaisern und Päpsten hat angeblich Josef Anton Feuchtmeier von Salem hergestellt. Von ihm kennen wir Berner die Decke der Berner Heiliggeistkirche. In Einsiedeln war sein Wirken sonst auf den Stuckmarmor der Seitenaltäre der Kirche beschränkt.

Vollgestopft mit Büchern bis oben hin und doch ist hier nur ein kleiner Teil des Bestandes zu sehen. Mit den in anderen Archivräumen der im Jahr 934 gegründeten Bibliothek gibt es 1280 Handschriften, 1 080Bände Inknabeln und Frühdrucke, 230 000 gedruckte Bücher mit einem jährlichen Zuwachs von 500-800 Bänden, plus etwa 200 laufende Periodika die vor allem das Kloster betreffen.

Handgeschriebene Bücher

Die Wolfgangs Legende, 1475 in Burgdorf gedruckt

Wer kann die Handschrift lesen?
Mir war die Einsiedler Bücherei bereits ein Begriff als ich im letzten Jahr ein nur noch als Fragment vorhandenes Buch aus dem Nachlass meines Grossvaters versuchte wieder brauchbar zu machen, doch darüber will ich morgen mehr zeigen und schreiben.
Zitat von Erwin am 16. Dezember 2024, 10:50 UhrIn meinem Elternhaus gab es in den späten 40er Jahren nur wenige Bücher zu Lesen. Das dickste Exemplar war die «Heiligen Legende», ein Buch, welches mein Grossvater bei seinem Besuch in Einsiedeln erworben und heimgebracht hatte. Er war als junger Handwerksgeselle auf der Walz vom Frankenland bis in die Ostschweiz gekommen und hat dort einige Jahre gearbeitet. Als er dann wieder zurück nach seinem Geburtsort wanderte, muss er den fast zwei Kilogramm schweren Wälzer in seinem Rucksack mitgetragen haben.
Meine Grosseltern mit ihren sechs Kindern um 1910
Als Kinder durften wir gelegentlich in der Heiligenlegende blättern. Darin waren für jeden Tag des Jahres Geschichten aus dem Leben von Heiligen nebst erbaulichen Ermahnungen zu lesen. Besonders interessant waren die Illustrationen, gedruckte Holzschnitte mit Szenen aus dem Heiligenleben. Die vielen ungewaschenen Hände, die das Buch durchblätterten, haben ihre Spuren hinterlassen und mit der Zeit geriet es in Vergessenheit. Kurz bevor das alte Elternhaus abgerissen wurde, fand ich die zerfledderten Reste unter den Ziegeln auf dem Dachboden und habe sie in meine Obhut genommen, um gelegentlich zu retten, was noch zu retten wäre.
Nach vielen Jahren ist mir das Päckchen mit den Fragmenten wieder unter die Hände geraten und ich habe in der vergangenen Winterzeit das mir mögliche getan, um wieder ein anschauliches Buch daraus zu machen.
Mit Internetsuche habe ich den Autor und den Einsiedler Kloster-Verlag gefunden. Das 1881 veröffentlichte Buch mit dem Originaltitel „Das Leben der Heiligen Gottes“ wurde vom Pater Otto Bitschnau (1825-1905) verfasst. Sein Text ist in Frakturschrift gedruckt und mit über 300 Holzschnitten und mehreren Farbtafeln illustriert. Anscheinend ein Bestseller, denn bis 1900 erschienen 34 Neuauflagen.
In der Nationalbibliothek konnte ich in einem gut erhaltenen Exemplar des gleichen Buchs blättern und dabei habe ich die meisten der fehlenden Seiten fotografiert und ausgedruckt, um damit mein Buch zu ergänzen.
Der alte Staub und die gröbsten Flecken wurden mit feuchtem Schwamm und trockenen Tüchlein entfernt, der mit eingetrocknetem Leim eingerollte Buchrücken aufgeweicht und in Form gebracht, die losen Seiten einsortiert und mit den ausgedruckten ergänzt, Risse in den Blättern mit durchscheinendem Seidenpapier mit Fischkleister verklebt und dann gepresst und getrocknet. Zuletzt habe ich noch die neuen Buchdeckel und den Lederrücken daran gebaut.
Als Buchrestaurator oder Buchbinder würde ich wohl kaum Anerkennung finden, aber ein Familienerbstück ist nun wieder brauch- und lesbar.
In meinem Elternhaus gab es in den späten 40er Jahren nur wenige Bücher zu Lesen. Das dickste Exemplar war die «Heiligen Legende», ein Buch, welches mein Grossvater bei seinem Besuch in Einsiedeln erworben und heimgebracht hatte. Er war als junger Handwerksgeselle auf der Walz vom Frankenland bis in die Ostschweiz gekommen und hat dort einige Jahre gearbeitet. Als er dann wieder zurück nach seinem Geburtsort wanderte, muss er den fast zwei Kilogramm schweren Wälzer in seinem Rucksack mitgetragen haben.

Meine Grosseltern mit ihren sechs Kindern um 1910
Als Kinder durften wir gelegentlich in der Heiligenlegende blättern. Darin waren für jeden Tag des Jahres Geschichten aus dem Leben von Heiligen nebst erbaulichen Ermahnungen zu lesen. Besonders interessant waren die Illustrationen, gedruckte Holzschnitte mit Szenen aus dem Heiligenleben. Die vielen ungewaschenen Hände, die das Buch durchblätterten, haben ihre Spuren hinterlassen und mit der Zeit geriet es in Vergessenheit. Kurz bevor das alte Elternhaus abgerissen wurde, fand ich die zerfledderten Reste unter den Ziegeln auf dem Dachboden und habe sie in meine Obhut genommen, um gelegentlich zu retten, was noch zu retten wäre.
Nach vielen Jahren ist mir das Päckchen mit den Fragmenten wieder unter die Hände geraten und ich habe in der vergangenen Winterzeit das mir mögliche getan, um wieder ein anschauliches Buch daraus zu machen.

Mit Internetsuche habe ich den Autor und den Einsiedler Kloster-Verlag gefunden. Das 1881 veröffentlichte Buch mit dem Originaltitel „Das Leben der Heiligen Gottes“ wurde vom Pater Otto Bitschnau (1825-1905) verfasst. Sein Text ist in Frakturschrift gedruckt und mit über 300 Holzschnitten und mehreren Farbtafeln illustriert. Anscheinend ein Bestseller, denn bis 1900 erschienen 34 Neuauflagen.

In der Nationalbibliothek konnte ich in einem gut erhaltenen Exemplar des gleichen Buchs blättern und dabei habe ich die meisten der fehlenden Seiten fotografiert und ausgedruckt, um damit mein Buch zu ergänzen.


Der alte Staub und die gröbsten Flecken wurden mit feuchtem Schwamm und trockenen Tüchlein entfernt, der mit eingetrocknetem Leim eingerollte Buchrücken aufgeweicht und in Form gebracht, die losen Seiten einsortiert und mit den ausgedruckten ergänzt, Risse in den Blättern mit durchscheinendem Seidenpapier mit Fischkleister verklebt und dann gepresst und getrocknet. Zuletzt habe ich noch die neuen Buchdeckel und den Lederrücken daran gebaut.



Als Buchrestaurator oder Buchbinder würde ich wohl kaum Anerkennung finden, aber ein Familienerbstück ist nun wieder brauch- und lesbar.
Zitat von Erwin am 17. Dezember 2024, 10:38 UhrEin Einschub zwischendurch:
Mit dem Fahrplanwechsel hat es bei den Verkehrsbetrieben um Bern eine historische Wende gegeben: Das blaue Bähnli gibt es nicht mehr!
Fast alle in der Schweiz kennen den Sketch "Dr schnällscht Wäg uf Worb", bei dem das nun legendäre Bähnli eine Rolle spielt. Hier die Originalfassung:Klick aufs Bild.
Als ich in de sechziger Jahren als junger Bursche bei einer Schlummermutter an der Breitfeldstrasse ein Zimmer hatte, nahm ich regelmässig zur Arbeit in der Kramgasse das Nünitram ab Breiterainplatz bis zum Zytglogge. Eines Morgens verpasste ich das Tram und weil ich schon spät dran war, kam mir das blaue Bähnli gerade recht. Dazu ist zu wissen, dass die Worblental-Linie der damals noch VBW genannten Bahn über die Papiermühlenstrasse, am Wankdorf vorbei zum Guisan-Platz, über den Breitenrainplatz bis zur Endstation vor dem Kornhaus fuhr. Die Haltestelle Breitenrainplatz wurde nicht bedient, es gab noch keinen Verkehrsverbund, doch weil das Bähnli dort kurz anhielt, stieg ich hinten am letzten Wagen auf das "Balkönli", die es noch an alten Wagen gab und dachte damit schwarz bis zum Zytglogge mitgenommen zu werden. Das ging gut bis auf die Kornhausbrücke, doch dort kam der Kondukteur plötzlich zur Tür heraus, weil er das Schlusslicht ans andere Wagenende umhängen wollte. (Am Kornhausplatz musste der Motorwagen rangieren und der Kondi den Anhänger neu anhängen.) Auf meine Erklärung hin, verlangte der Kondukteur lediglich den Preis was ein Trambillet gekostet hätte, 40 Rappen, und liess mich sonst ungeschoren.
Eine Zugkomposition der VBW an der Endstation Worb-DorfAls wir dann als junge Familie in Worb wohnten, bildete das blaue Bähnli für uns quasi die Lebensader nach Bern. Es war eine schöne Zeit in Worb.
Hier am Schlossstalden, dr Stoue, im lokalen Sprachgebrauch.
Kirche, Schloss und Egger-Braui. (Die Familie Egger hat das Brauen der Appenzeller Locher Brauerei übergeben)
Links die Papeterie Aeschbacher, rechts das Doktorhaus. Der damalige Hausarzt kam mitten in der Nacht zu uns nach Hause, wenn einem Kind mit Pseudokrupp das Ersticken drohte. Gott hab ihn selig.
In dem alten Bauernhaus hatte ein Schuhmacher seine Butigg.
Die Worblentallinie wurde 1974 von Ittigen/Papiermühle über Worblaufen in den neuen Bahnhof Bern verlegt, die alte Strecke über die Papiermühlestrasse aufgehoben. Die nun in Orange leuchtende Bahn wurde von der RBS übernommen. Details dazu findet man im Wikipediaartikel zur Worblentalbahn.
Jetzt ist auch der zweite Ast der ehemaligen Verbandsbahn Bern Worb, VBW, vom Kirchenfeld über Muri, Gümligen, Rüfenacht und Worb, nur noch Geschichte. Alte Fahrzeuge werden vielleicht noch im Museum zu sehen sein und moderne, komfortable, rote Trams übernehmen ihren Dienst.
Ein Einschub zwischendurch:
Mit dem Fahrplanwechsel hat es bei den Verkehrsbetrieben um Bern eine historische Wende gegeben: Das blaue Bähnli gibt es nicht mehr!
Fast alle in der Schweiz kennen den Sketch "Dr schnällscht Wäg uf Worb", bei dem das nun legendäre Bähnli eine Rolle spielt. Hier die Originalfassung:
Klick aufs Bild.
Als ich in de sechziger Jahren als junger Bursche bei einer Schlummermutter an der Breitfeldstrasse ein Zimmer hatte, nahm ich regelmässig zur Arbeit in der Kramgasse das Nünitram ab Breiterainplatz bis zum Zytglogge. Eines Morgens verpasste ich das Tram und weil ich schon spät dran war, kam mir das blaue Bähnli gerade recht. Dazu ist zu wissen, dass die Worblental-Linie der damals noch VBW genannten Bahn über die Papiermühlenstrasse, am Wankdorf vorbei zum Guisan-Platz, über den Breitenrainplatz bis zur Endstation vor dem Kornhaus fuhr. Die Haltestelle Breitenrainplatz wurde nicht bedient, es gab noch keinen Verkehrsverbund, doch weil das Bähnli dort kurz anhielt, stieg ich hinten am letzten Wagen auf das "Balkönli", die es noch an alten Wagen gab und dachte damit schwarz bis zum Zytglogge mitgenommen zu werden. Das ging gut bis auf die Kornhausbrücke, doch dort kam der Kondukteur plötzlich zur Tür heraus, weil er das Schlusslicht ans andere Wagenende umhängen wollte. (Am Kornhausplatz musste der Motorwagen rangieren und der Kondi den Anhänger neu anhängen.) Auf meine Erklärung hin, verlangte der Kondukteur lediglich den Preis was ein Trambillet gekostet hätte, 40 Rappen, und liess mich sonst ungeschoren.

Eine Zugkomposition der VBW an der Endstation Worb-Dorf
Als wir dann als junge Familie in Worb wohnten, bildete das blaue Bähnli für uns quasi die Lebensader nach Bern. Es war eine schöne Zeit in Worb.

Hier am Schlossstalden, dr Stoue, im lokalen Sprachgebrauch.

Kirche, Schloss und Egger-Braui. (Die Familie Egger hat das Brauen der Appenzeller Locher Brauerei übergeben)

Links die Papeterie Aeschbacher, rechts das Doktorhaus. Der damalige Hausarzt kam mitten in der Nacht zu uns nach Hause, wenn einem Kind mit Pseudokrupp das Ersticken drohte. Gott hab ihn selig.

In dem alten Bauernhaus hatte ein Schuhmacher seine Butigg.
Die Worblentallinie wurde 1974 von Ittigen/Papiermühle über Worblaufen in den neuen Bahnhof Bern verlegt, die alte Strecke über die Papiermühlestrasse aufgehoben. Die nun in Orange leuchtende Bahn wurde von der RBS übernommen. Details dazu findet man im Wikipediaartikel zur Worblentalbahn.
Jetzt ist auch der zweite Ast der ehemaligen Verbandsbahn Bern Worb, VBW, vom Kirchenfeld über Muri, Gümligen, Rüfenacht und Worb, nur noch Geschichte. Alte Fahrzeuge werden vielleicht noch im Museum zu sehen sein und moderne, komfortable, rote Trams übernehmen ihren Dienst.
Zitat von Erwin am 18. Dezember 2024, 11:28 UhrDer Bantigerturm als Weihnachtsbaum
1954 wurden erstmals die Spiele der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 direkt im Fernsehen übertragen; etwa 90 Millionen Menschen sahen die Begegnungen des Turniers vor rund vier Millionen Schwarz-Weiß-Fernsehern.
https://youtu.be/XmUjVuLk9rM?si=8xZ4UkC
Zu diesem Anlass liess die damalige PTT 1954 den Sendeturm auf dem Bantiger mit 60 m Höhe bauen, der 1966 auf 100 m erhöht wurde. Der jetzige Betonturm wurde 1994 gebaut und misst ab Boden bis zur Spitze 196 Meter.
Zum diesjährigen 70-Jahr Jubiläum hat sich die Swisscom in deren Nachfolge, etwas Besonderes einfallen lassen. Der Turm wurde mit LED-Lichterketten zum Weihnachtsbaum umgestaltet.
Die Fussballhistorie
In der Vorrunde des Fussballturniers gelang den Schweizer WM-Gastgebern im ersten Entscheidungsspiel um den Viertelfinaleinzug am 23. Juni 1954 in Basel gegen die „Azzurri“ nach der Halbzeitführung in der Schlussphase noch zwei Konter, die den Endstand von 4:1 herstellten. Das Scheitern des zweimaligen Weltmeisters Italien und der Viertelfinaleinzug der Schweiz war somit die erste grosse Überraschung der WM 1954.
Das in Lausanne zwischen dem Gastgeber Schweiz und Österreich ausgetragene Viertelfinalspiel stellt bis heute noch das torreichste Spiel der WM-Geschichte dar. In der „Hitzeschlacht von Lausanne“ führten die Schweizer nach 23 Minuten bereits 3:0. Noch vor Ende der ersten Halbzeit lag Österreich jedoch bereits mit 5:3 vorn. Mit dem Schlussresultat 7:5 hatte Österreich endlich die Schweiz etwas überraschend aus dem Turnier geworfen.
Das Wankdorfstadion am 4. April 1954
Bildquelle: Werner Friedli , CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Bildlegende: 2. Halbzeit, 86. Minute: Mit letzter Kraft wirft sich Puskas in die Kopfballvorlage von Kocsis und erzielt das 3:3. Schiedsrichter Ling erkennt den Treffer aber nicht an. "Abseits", zeigt Linienrichter Griffiths. Im Bild von links nach rechts: (Akteure im Vordergrund) Kocsis (U), SR Ling, Jupp Posipal (D)(rechts neben Ling), Werner Liebrich (D), Puskas (U).
Bildquelle: ETH-Bibliothek , CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
(Für die Bilder und Texte waren mir Wikipedia-Ressourcen hilfreich)
Der Aussenseiter Deutschland gewann das Turnier nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn im Finale am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorfstadion und wurde damit zum ersten Mal Fussball-Weltmeister. Für viele Deutsche erhielt das hier auf Wikipedia als „Wunder von Bern“ beschriebene Endspiel Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.
Ich war damals ein zwölfjähriger Bub und ich erinnere mich noch daran, wie meine grossen Brüder ganz Ohr vor dem Radio mitfieberten und nach dem Schlusspfiff jubelnd auf die Strasse rannten.
Solche Rückblicke kommen mir in der Adventszeit in den Sinn, wenn dazu ein "Trigger" als Auslöser da ist.
Der Bantigerturm als Weihnachtsbaum

1954 wurden erstmals die Spiele der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 direkt im Fernsehen übertragen; etwa 90 Millionen Menschen sahen die Begegnungen des Turniers vor rund vier Millionen Schwarz-Weiß-Fernsehern.
Zu diesem Anlass liess die damalige PTT 1954 den Sendeturm auf dem Bantiger mit 60 m Höhe bauen, der 1966 auf 100 m erhöht wurde. Der jetzige Betonturm wurde 1994 gebaut und misst ab Boden bis zur Spitze 196 Meter.
Zum diesjährigen 70-Jahr Jubiläum hat sich die Swisscom in deren Nachfolge, etwas Besonderes einfallen lassen. Der Turm wurde mit LED-Lichterketten zum Weihnachtsbaum umgestaltet.

Die Fussballhistorie
In der Vorrunde des Fussballturniers gelang den Schweizer WM-Gastgebern im ersten Entscheidungsspiel um den Viertelfinaleinzug am 23. Juni 1954 in Basel gegen die „Azzurri“ nach der Halbzeitführung in der Schlussphase noch zwei Konter, die den Endstand von 4:1 herstellten. Das Scheitern des zweimaligen Weltmeisters Italien und der Viertelfinaleinzug der Schweiz war somit die erste grosse Überraschung der WM 1954.
Das in Lausanne zwischen dem Gastgeber Schweiz und Österreich ausgetragene Viertelfinalspiel stellt bis heute noch das torreichste Spiel der WM-Geschichte dar. In der „Hitzeschlacht von Lausanne“ führten die Schweizer nach 23 Minuten bereits 3:0. Noch vor Ende der ersten Halbzeit lag Österreich jedoch bereits mit 5:3 vorn. Mit dem Schlussresultat 7:5 hatte Österreich endlich die Schweiz etwas überraschend aus dem Turnier geworfen.

Das Wankdorfstadion am 4. April 1954
Bildquelle: Werner Friedli , CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bildlegende: 2. Halbzeit, 86. Minute: Mit letzter Kraft wirft sich Puskas in die Kopfballvorlage von Kocsis und erzielt das 3:3. Schiedsrichter Ling erkennt den Treffer aber nicht an. "Abseits", zeigt Linienrichter Griffiths. Im Bild von links nach rechts: (Akteure im Vordergrund) Kocsis (U), SR Ling, Jupp Posipal (D)(rechts neben Ling), Werner Liebrich (D), Puskas (U).
Bildquelle: ETH-Bibliothek , CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
(Für die Bilder und Texte waren mir Wikipedia-Ressourcen hilfreich)
Der Aussenseiter Deutschland gewann das Turnier nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn im Finale am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorfstadion und wurde damit zum ersten Mal Fussball-Weltmeister. Für viele Deutsche erhielt das hier auf Wikipedia als „Wunder von Bern“ beschriebene Endspiel Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.
Ich war damals ein zwölfjähriger Bub und ich erinnere mich noch daran, wie meine grossen Brüder ganz Ohr vor dem Radio mitfieberten und nach dem Schlusspfiff jubelnd auf die Strasse rannten.
Solche Rückblicke kommen mir in der Adventszeit in den Sinn, wenn dazu ein "Trigger" als Auslöser da ist.
Zitat von Erwin am 19. Dezember 2024, 10:33 UhrHerbergssuche
An den drei Donnerstagen vor Weihnachten werden in Gegenden vom Tirol und Altbayern oder auch in Schweizer Gegenden Anklopfnächte gepflegt. Da ziehen nach altem Brauch junge Leute von Haus zu Haus und singen oder musizieren da, um dann mit einer kleinen Spende weiterzuziehen. Der Heische- oder Einkehrbrauch symbolisiert zumeist die Herbergssuche von Josef und Maria vor Jesu Geburt in Bethlehem. Ein etwas ausgiebiges Video aus Wattens nimmt uns mit in die verschneite Tiroler Welt:
https://youtu.be/CPPllk0J1W4?si=5cBoiulJQ
Die Herbergssuche wird oft auch szenisch als eine Art Krippenspiel gesungen. Unter dem Titel «Wer klopfet an» sind unzählige Videos auf Youtube abrufbar:
https://youtu.be/LpUriB_BDDk?si=2SMD0Yl
Hier von den St. Florianer Sängerknaben – eine schöne Variation von Buben gesungen.
https://youtu.be/_KDMGv-eR_o?si=rAEPJh2XNZ09EEzm
Und hier von einer Sängergruppe des Chors Da Capo eine andere Interpretation.
Die langen Einspielungen im schwer verständlichen Dialekt, zeigen uns Bräuche einer bald vergessenen Zeit.
Herbergssuche
An den drei Donnerstagen vor Weihnachten werden in Gegenden vom Tirol und Altbayern oder auch in Schweizer Gegenden Anklopfnächte gepflegt. Da ziehen nach altem Brauch junge Leute von Haus zu Haus und singen oder musizieren da, um dann mit einer kleinen Spende weiterzuziehen. Der Heische- oder Einkehrbrauch symbolisiert zumeist die Herbergssuche von Josef und Maria vor Jesu Geburt in Bethlehem. Ein etwas ausgiebiges Video aus Wattens nimmt uns mit in die verschneite Tiroler Welt:
Die Herbergssuche wird oft auch szenisch als eine Art Krippenspiel gesungen. Unter dem Titel «Wer klopfet an» sind unzählige Videos auf Youtube abrufbar:
Hier von den St. Florianer Sängerknaben – eine schöne Variation von Buben gesungen.
Und hier von einer Sängergruppe des Chors Da Capo eine andere Interpretation.
Die langen Einspielungen im schwer verständlichen Dialekt, zeigen uns Bräuche einer bald vergessenen Zeit.
