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Milliarden und Milliardäre

„Wieviel Geld ist eine Milliarde?“, so hiess einer meiner ersten Beiträge, die ich 2002 für Seniorweb geschrieben habe. Politiker und Finanzleute begannen damals, mit der grossen Zahl zu jonglieren. Heute, 23 Jahre später, reden diese Kreise von der Milliarde in der Mehrzahl.

Politiker (die Innen nicht zu vergessen) werfen gerne grosse Zahlen an die verduzten Steuerzahlenden. Tolle Typen, die da zum angeblichen Wohlwollen der Mitmenschen Milliarden ausgeben wollen, nicht wahr? Mittlerweise dürfte sie oder er auch wissen, wie viel Geld eine Milliarde ist. Trotzdem hier noch ein kleiner Nachunterricht.

Eine Milliarde ist 1000 Millionen, in Franken genau 1'000'000'000. Was können wir damit kaufen? Nehmen wir einen Personenwagen, modernes Modell, 4.60 m lang, zum Preis von Fr. 40'000. Für eine Milliarde gäbe es 25'000 solcher Autos. Stossstange an Stossstange würde die Kolonne vom Bundeshaus bis zum Rütli reichen.

Spielst Du Lotto? Erwartest Du den Traumgewinn von einer Million? Um eine Milliarde zu erreichen, müsstest Du über 19 Jahre lang jede Woche eine Million gewinnen.

Zurück zu unserem politischen Milliardenspiel. Gibt es aktuell nicht einen Militärflieger (verzeihe den veralteten Ausdruck), wo der Festpreis so fest ist, dass er gleich noch um über eine Milliarde fester gemacht werden muss? Sind da die Vertragspartner dumm, oder die Steuerzahlenden, oder alle?

Die SBB-Denkstube hat sich bei ihren Ausbauplänen gleich um einen zweistelligen Milliardenbetrag verschätzt. Ob es da noch nützt, wenn die ganze Direktion Lotto spielt? Tröstlich zu wissen, dass die enormen Projekte der Damen und Herren Ständeräte für ihre Kantons-Klientel gar nicht ausgeführt werden können, nebst dem Geld fehlt auch die Baukapazität.

Wir kennen die alte Regel: Geld muss zuerst vom den Bürgern und der Wirtschaft verdient und als Steuern bezahlt werden, damit es der Staat ausgeben kann. Von der Alternative, Schulden zu machen, wurde überall reichlich Gebrauch gemacht.

Gilt diese alte Regel nicht mehr? Kann der Donald (ich meine den Duck und seinen Onkel Dagobert, nicht den anderen) Geld hervorzaubern? Oder kann der andere Donald (jetzt meine ich den mit den Zöllen) aus Kryptowährungen, d.h. aus heisser Luft seine hohen Schulden bezahlen? Was sind schon Schulden? Im grossen Kanton verwandeln sie sich jetzt möglichst lautlos in „Sondervermögen“.

Milliarden bringen auch Milliardäre und Multi-Milliardäre hervor. Viele davon verhalten sich ruhig und hocken einfach auf ihrem Geld; andere wollen mit Stiftungen die ganze Welt verbessern, und wieder andere fliegen in den Weltraum und lassen führerlose Autos auf die Menschheit los. Und hat da nicht einer halb Venedig für seine Traumhochzeit gemietet?  Schön, wenn sie ihr Geld unter die Leute bringen.

Einschliesslich der Milliardäre ist auf unserer Welt alles vergänglich, und es macht keinen Sinn, der Reichste auf derm Friedhof zu sein. (Peter Ustinov).

Titelbild: Google Gemini , übrige: Pixaby