Nur ungelesene Themen anzeigen
Fasnachtserinnerugen 1995
Zitat von Heinz am 21. Februar 2026, 18:09 UhrFasnacht 1995
Fasnachtserinnerungen von Rita Graber
Als notorischer Fasnachtsmuffel aus Zürich lernte ich erst nach meiner Umsiedlung nach Basel im reiferen Alter die Faszination und Geheimnisse einer Basler-Fasnacht kennen, in welche mich mein Mann subtil einführte. Er war nicht aktiver Fasnächtler, aber er liebte es im Getümmel die feinen Nuancen von Humor, welche dort manchmal fast im Verborgenen zu finden waren und auch die vielen Details für die verschiedenen Costüms und Sujets die mit Herzblut auf die drei scheenschte Dääg vorbereitet worden sind.
Die erste Fasnacht drei Monate nach seinem plötzlichen Tod hatte ich das Bedürfnis für ihn an seiner Stelle am Fasnachtsdienstag für ein paar Fotos wenigstens ein bisschen Fasnachtsluft zu schnuppern. Aber ohne ihn und so allein machte es mir überhaupt keinen Spass und bald war ich schon wieder auf dem Heimweg über die mittlere Brücke und die Freie Strasse hinauf. Dort sah ich einen Dackel der sich durch das Meer aus Räppli kämpfte, um seinem Meister, einem wunderschönen Waggis mit riesiger Mähne und grosser Nase nachzukommen.
Doch, es war ja gar kein Dackel, sondern ein riesengrosser abgenagter Knochen, bestimmt von einem Dinosaurier, an einer langen Schnur hinter dem Waggis hergezogen! Eben beugte sich dieser väterlich zu einem kleinen Mädchen und überreichte ihm graziös ein Dääfi. Diese Szene beobachtete auch ein Mann mir gegenüber und ein Schmunzeln erhellte sein Gesicht.
Dieses Schmunzeln, welches ich an der Fasnacht oft bei meinem Mann gesehen hatte, stach mir tief ins Herz und der Trennungsschmerz stieg wieder in mir auf. Sollten wir uns im Getümmel verlieren, so hatten wir immer abgemacht, im Leuenzorn wäre Treffpunkt. Und überhaupt, ich war ja noch nicht mal irgendwo eingekehrt! Mein tränenüberströmtes Gesicht störte mich nicht, als ich durch die pfeiffende und russende Stadt hinüber zum Leuenzorn wechselte, wo ich mir fest entschlossen einen Drink genehmigen wollte.
Dort im Hof war aber an diesem Kinderfasnachtsnachmittag nichts los und niemand da, zu dem ich mich hätte dazusetzen können und aller Mut verliess mich und ich entschloss mich nun endgültig heimzugehen. Draussen dort vor der Tür, im wogenden Strom der vorbeiziehenden Fasnachtsbesucher erblickte ich den Bruder meines Mannes, der mit seiner Frau auf dem Münsterplatz die Laternenausstellung besucht hatte. Natürlich kehrten wir alle drei im Hof des Leuenzorns ein und wir erhoben das Glas auch auf den fehlenden Bruder, der aber wie ich meine, offensichtlich ebenfalls an der diesjährigen Fasnacht mit dabei war.
Fasnacht 1995
Fasnachtserinnerungen von Rita Graber
Als notorischer Fasnachtsmuffel aus Zürich lernte ich erst nach meiner Umsiedlung nach Basel im reiferen Alter die Faszination und Geheimnisse einer Basler-Fasnacht kennen, in welche mich mein Mann subtil einführte. Er war nicht aktiver Fasnächtler, aber er liebte es im Getümmel die feinen Nuancen von Humor, welche dort manchmal fast im Verborgenen zu finden waren und auch die vielen Details für die verschiedenen Costüms und Sujets die mit Herzblut auf die drei scheenschte Dääg vorbereitet worden sind.
Die erste Fasnacht drei Monate nach seinem plötzlichen Tod hatte ich das Bedürfnis für ihn an seiner Stelle am Fasnachtsdienstag für ein paar Fotos wenigstens ein bisschen Fasnachtsluft zu schnuppern. Aber ohne ihn und so allein machte es mir überhaupt keinen Spass und bald war ich schon wieder auf dem Heimweg über die mittlere Brücke und die Freie Strasse hinauf. Dort sah ich einen Dackel der sich durch das Meer aus Räppli kämpfte, um seinem Meister, einem wunderschönen Waggis mit riesiger Mähne und grosser Nase nachzukommen.
Doch, es war ja gar kein Dackel, sondern ein riesengrosser abgenagter Knochen, bestimmt von einem Dinosaurier, an einer langen Schnur hinter dem Waggis hergezogen! Eben beugte sich dieser väterlich zu einem kleinen Mädchen und überreichte ihm graziös ein Dääfi. Diese Szene beobachtete auch ein Mann mir gegenüber und ein Schmunzeln erhellte sein Gesicht.
Dieses Schmunzeln, welches ich an der Fasnacht oft bei meinem Mann gesehen hatte, stach mir tief ins Herz und der Trennungsschmerz stieg wieder in mir auf. Sollten wir uns im Getümmel verlieren, so hatten wir immer abgemacht, im Leuenzorn wäre Treffpunkt. Und überhaupt, ich war ja noch nicht mal irgendwo eingekehrt! Mein tränenüberströmtes Gesicht störte mich nicht, als ich durch die pfeiffende und russende Stadt hinüber zum Leuenzorn wechselte, wo ich mir fest entschlossen einen Drink genehmigen wollte.
Dort im Hof war aber an diesem Kinderfasnachtsnachmittag nichts los und niemand da, zu dem ich mich hätte dazusetzen können und aller Mut verliess mich und ich entschloss mich nun endgültig heimzugehen. Draussen dort vor der Tür, im wogenden Strom der vorbeiziehenden Fasnachtsbesucher erblickte ich den Bruder meines Mannes, der mit seiner Frau auf dem Münsterplatz die Laternenausstellung besucht hatte. Natürlich kehrten wir alle drei im Hof des Leuenzorns ein und wir erhoben das Glas auch auf den fehlenden Bruder, der aber wie ich meine, offensichtlich ebenfalls an der diesjährigen Fasnacht mit dabei war.