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BVG-Reform

Heute sind die Abstimmungspapiere eingetroffen - ich erwarte angesichts des mehrheitlich unverständlichen und unüberblickbaren Themas eine sehr tiefe Beteiligung.

Vielleicht hilft dieser "Republik"-Artikel etwas
https://www.republik.ch/2024/08/27/bvg-reform-perlen-vor-die-saeule?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=republik%2Ftemplate-newsletter-taeglich-2024-08-27

Und dazu kommen noch die über 100 Dialogbeiträge

 

Danke Jean-Pierre für diesen Hinweis.

Meine Situation schildere ich heute so: Mein Vertrag mit der Pensionskasse sagt aus, dass ich seit dem Bezugsbeginn einen festen Betrag monatlich ausbezahlt erhalte bis zum Tod. Von einem Teuerungszuschlag steht verständlicherweise nichts drin. Und die Kasse sorgt mit ihrem Management auch dafür, das die Limite (Jahresrendite der Kasse bei 8% und mehr) zur Auszahlung einer Teuerung nie erreicht wird.

Mit andern Worten, ich kann mit einer stabilen Rente rechnen.

Nun aber meine Fragen zur Abstimmung.

  1. Muss ich mich in meiner Lage noch um diese komplizierten undurchschaubaren Dinge kümmern?
  2. Können wir hier im Forum Klarheit schaffen mit einer fruchtbaren Diskussion mit dem Ziel für unsere Nachkommen einen richtigen Ratschlag bereit zu halten?
  3. Müssten wir auch hier nicht für eine hohe Stimmbeteiligung werben, weil es doch um ernsthafte Zukunftsfragen unserer Kinder geht?

Danke für deine Reaktion auf meinen Beitrag, Andreas  - man könnte ja fast behaupten, dass das Forum lebt !

Auch ich erhalte nun seit über 18 Jahren meine Pension, von Teuerungsausgleich ist weit und breit keine Spur und dies wird bestimmt bis an mein Ende so bleiben - wenigstens etwas Sicheres in diesen unsicheren Zeiten.
Den Auftrag, eine Teuerung auszubezahlen, müsste mein letzter Arbeitgeber der PK erteilen. Dazu müsste laut Reglement die PK nur in Übedeckung sein, was sie schon seit Urzeiten ist. Aber wieso sollte die versprochene Pension erhöht werden ? Klagen wird sowieso niemand.

Zu deinem Punkt 1:
Eigentlich müssten wir Rentner uns überhaupt nicht um diese BVG-Abstimmung kümmern, da wir sowieso nicht direkt betroffen sind. Aber als gute Schweizer wollen wir ja unsere direkte Demokratie stützen und uns an jeder Abstimmung und allen Wahlen beteiligen. Es genügt ja, dass sich 60 % der Stimmberechtigten darum foutieren. Also habe ich meine Abstimmungsunterlagen bereits ausgefüllt und werde sich in den nächsten Tagen bei der Gemeinde einwerfen.
Und natürlich habe ich NEIN gestimmt, da ich der Meinung bin, dass mit einem JA sicherlich nicht die Richtigen davon profitieren werden.
Ich bin weiterhin überzeugt, dass wir die über 1000 PK abschaffen sollten. Sie fressen einen viel zu grossen Teil der einbezahlten Gelder, blasen ihre Reserven auf und unterstützen die Finanzwirtschaft mit ihren Verwaltungsaufträgen. Somit dienen sie in erster Linie ihren eigenen Interessen und erst danach jenen ihrer Klienten, den Beiträge-zahlenden Arbeitnehmern.
Die AHV funktioniert ja bestens mit einer einzigen Institution, warum sollte die 2. Säule nicht ebenso funktionieren können ?!

Zu deinem Punkt 2 :
Das mit der fruchtbaren Diskussion zu diesem Thema in diesem Forum war wohl als Witz gedacht, oder ? Aus diesem Grunde habe ich ja nicht sofort auf deinen Beitrag reagiert und wollte schauen, ob vielleicht doch noch jemand von hinter dem Ofen herauskommt - uar nix !

Und damit kommen wir zu deinem Punkt 3, jenem zur Stimmbeteiligung.
Die wird bestimmt etwas höher sein als jene hier in diesem Forum. Aber ich glaube nicht, dass sie die 35 % übersteigen wird. Das Thema ist ja sooo kompliziert ! Du kannst die Meinung von 50 sogenannten Experten lesen, es nützt alles nichts. Jeder hat auf seine Art recht und unrecht - sie verstehen diese Materie nicht wirklich besser als wir und verteidigen halt nur ihre eigene Ansicht.
Meine eigene Meinung wurde durch einige Artikel (Republik, Ktipp, u.ä.) gestützt und darauf baue ich und stimme entsprechend ab. Natürlich werden dadurch die Geringverdienenden weiterhin keiner PK zugehören. Dafür erhalten sie wenigstens etwas mehr Geld ausbezahlt. Die kümmerliche Rente, die sie bekommen würden, würde ihnen nicht zu einem vernünftigen Leben verhelfen, von einer Unterstützung wären sie sowieso abhängig.

Unterm Strich :
Wie kommt die Politik und wie kommen unsere gewählten Vertreter dazu, eine derartig komplizierte Materie auf derartig unverständliche und widersprüchliche Art dem Volk zu unterbreiten, eine Materie, zu der sie selbst und sogar die Experten sich keine klare Meinung bilden können ? Ich finde, dass damit die direkte Demokratie gefährdet wird und dies ist das Schlimmste an diesem Thema.

ich danke JPG für die Mühe zu schreiben, und habe deshalb wieder einmal den Weg zum antworten gesucht, (grins)

Für mich deine wichtigste Bemerkung: 1000 PK gehörten wirklich abgeschafft, gleich wie die 100 Krankenkassen, meine ich. - es geht  ja mit 1 AHV, IV etc. Die produzieren auch schon zuviel Leerlauf.

Ich war Mutter und Hausfrau, mit Ausnahme von 12 Jahre Teilzeitarbeit im Stundenlohn. Das monatliche Total war zu klein für Pensionskasse und mich zu kümmern, ob meine AHV-Beiträge irgendwie zur Auszahlung kamen, kam mir zu lange nicht in den Sinn.

Im Gegensatz zu dir werde ich aber unsere Unterlagen wohl durch den Schredder lassen, der rostet sonst noch ein 😉  Oder vielleicht doch einen für mich langen Marsch zum Bureau Communal? Zusammen mit den Couverts von Sohn und Schwiegertochter würde es sich ja lohnen.

Ich wünsche euch einen guten Tag!

Susanne

 

 

Zitat von ohiostar am 5. September 2024, 9:56 Uhr

Ich war Mutter und Hausfrau, mit Ausnahme von 12 Jahre Teilzeitarbeit im Stundenlohn. Das monatliche Total war zu klein für Pensionskasse

na also, doch EINE Reaktion in diesem lebendigen Forum ! danke Susanne

In diesen 12 Jahren Teilzeitarbeit im Stundenlohn mit einem Total, das zu klein war für eine Pensionskasse, hättest Du noch die Abzüge für die Pensionskasse gehabt. Das hätte den mageren Lohn noch weiter geschmälert.

Und dafür hättest Du nach der Pensionierung eine Butterbrot-Pension erhalten, zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben.

Deshalb bringt diese Initiative eigentlich nichts für diese Niedrigverdiener

Ja so ist es;

viele viele Niedrigverdiener werden darum nicht abstimmen und nützen damit den Js-Stimmen.

Die Post bietet an, Briefe an der Haustüre abzuholen

Und das in einer zeit, wo der Bundesrat und insbesondere die Kanzlei einiges an Vertrauen eingebüsst haben, mit ihren falschen zahlen. Von denen einige behaupten -und ich denke nicht zu Unrecht- dass da Absicht dahinter steckte. Möglicherweise nicht bewusst, aber das Wunschdenken hat das Resultat gesteuert. Kennen wir nur zu gut aus den nicht exakten Wissenschaften (Geistes-, Sozialwissenschaften etc, ja bisweilen auch die Medizin).

Bei dieser BVG Vorlage kommen Modelle zum Einsatz, die eben auch von der eigenen Agenda beeinflusst werden. Und so kommen erwartungsgemäss unterschiedliche Resultate raus. Ich vermute schon, das einige Kleinverdiener-/innen mit der Vorlage eine (kleine) Rente erhalten werden. Aber es wird vermutlich lediglich der bekannte Tropfen auf den heissen Stein sein.

Ich bin schon lange der Ansicht, dass das BVG Modell eh radikal geändert gehört. Ca. 30% der einbezahlten Gelder bleiben "hängen", und kommen nie zu den Versicherten. Das viele Geld in den Kassen wird zu einem grossen Teil in Immobilien investiert, was generell das Bauen und Wohnen in der Schweiz teuer macht. Bezahlen müssen das auch die Rentner, inbesondere Mieten. Scheint mir etwas pervers das System.

Nun, ich merke, meine Gedanken sprengen den Rahmen der Diskussion hier, aber dafr haben wir ja auch noch den Bärehöck!

Eine mir wichtige generelle Bemerkung habe ich aber noch. Der Hinweis auf unser Alter stört mich manchmal. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass zu einer Demokratie auch die Alten gehören, dass sie teilhaben sollen und dürfen. Die Diskussion, insbesondere im woken Bereich, geht in die Richtung, Alte politisch zu entmündigen und zu exkludieren. Sie, die Inklusion auf dem Banner tragen... Also aufgepasst!