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Passwörter sperren den Zugriff – für wen?

Titelfoto: Cristine Lietz / Pixelio.de

Wer stand nicht schon mehr als einmal vor verschlossener Tür! Den Schlüssel verloren, verlegt, vergessen? Da ist guter Rat meist teuer – im wahrsten Sinne. Der Fachmann, der das Schloss zu öffnen befähigt ist, kostet Geld!

Vor einigen Tagen wurde ich zu einer Kundin von CompiHelp Bern gesandt, der ich einen neuen Laptop unter dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 einrichten sollte. Sie hatte ihn gekauft, weil das alte Gerät den Dienst versagte. Ja was fehlt ihm denn, fragte ich, als ich es neben dem Neuen entdeckte. “Er lässt sich nicht öffnen!” klagte mir die Frau. Der Verschluss-Schieber war abgebrochen und nicht mehr zu finden. Ich öffnete mein Sackmesser und stocherte kurz in den Schlitz des Verschlusses. Ohne jegliche Gewalt liess sich der Deckel, also der Bildschirm des Laptops, aufklappen. Netzschalter gedrückt; die Maschine startete auf und läuft wie eh und je! Zeitbedarf: 5 Minuten.

Nicht immer hilft das Sackmesser!

Beim neuen PC ging es darum, ihn mit dem drahtlosen Funknetz zu verbinden, das den Zugang zum Internet erlaubte. Das Netzwerk (WLAN/Router) erkannte das Gerät von selbst – und noch eine Reihe anderer in der Umgebung. Aber eine Verbindung dazu herstellen kann nur, wer den passenden Schlüssel hat. Und da begann das Abenteuer. Wo suchen, wo finden? Schliesslich lag vor mir eine von Hand geschriebene Notiz, wo ein 19 Zeichen langer Code darauf gekritzelt war. Wunderbar, kein Problem, das ist der Schlüssel. Sorgfältig Zeichen um Zeichen eingeben und O.K. drücken.

Passwort ist falsch!

Also nochmals von vorn. Bin ich denn so schusselig? Beim dritten Anlauf meine Rückfrage: “Ist dieses Zeichen hier ein o oder eine Null? Und ist diese 4 da wirklich eine 4? Oder ein y oder gar ein u? Ja, wer weiss denn dies noch, Jahre nach der ersten Installation. Nach weiteren Versuchen gab ich auf und rief die rettende Nummer der Swisscom an. Sie wissen: 0800 800 800! Der Supporter erkannte auf seinem Monitor sofort, bei wem ich an der Leitung war und in welches Netzwerk (Modem/Router) ich verbunden werden sollte. Er gab mir Anweisungen, die ich getreulich ausführte. Da alles nichts half, löschte er das bisherige Passwort und gab mir einen neuen Schlüssel – über das Handy als SMS. Diese Codezeichen konnte ich nun einsetzen – und alles war gut. Der Internetzugang funktionierte. Diese Fernhilfe dauerte jedoch eine gefühlte Stunde. Der Mann dahinter musste Nerven haben wie Stahlseile!

Übrigens bot er an, dieses komplizierte Passwort zu ersetzen durch eines, das die Frau selber bestimmen konnte. So vergisst sie es vielleicht weniger. Das nenne ich wirklich ein Super-Support!

Vom weiteren Verlauf des Einrichtens will ich gar nicht anfangen zu schreiben. Da ging’s um die Mailadresse! Auch dort ist der Zugang durch ein Passwort geschützt. Ja, welches denn? Ihr ahnt die Fortsetzung!

Passwörter sollten uns eigentlich vor Einbrechern schützen – oder etwa vor uns selbst?

www.seniorbern.ch – mit CompiHelp und Maccheria

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