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Hilfe – ich bin überfordert!

Die Witzbildchen, wo ein verzweifelter Benutzer seinen PC zum Fenster hinaus wirft oder ihn mit der Faust zertrümmert, sind hinlänglich bekannt. Mehr und mehr entwickeln diese hochtechnisierten Geräte ein Eigenleben, das undurchschaubar und für den normalen Anwender nicht zu verstehen ist. Als “Sprechstunden-Hilfe” des Berner CompiHelp wurde ich kürzlich in einen Haushalt gerufen, wo zwei Frauen mit ihren Laptops Probleme hatten. Der Ehemann der einen konnte keine Hilfe leisten; er arbeitet mit Mac-Betriebssystem.

Der eine PC läuft seit einiger Zeit langsam. Der Platz auf dem internen Speicherplatz für die automatische und regelmässige Sicherung wurde knapp. Er musste ausgemistet, Fotos zudem auf einen externen Stick verschoben werden. Alles läuft wieder normal.

Die zweite Situation war komplizierter. Der Laptop war neu; das Betriebssystem mit Windows 8.1 auch. Ein wirrer Haufen an Programmen und Funktionen, die sich auf dem Bildschirm bemerkbar machten. Unmöglich für die kreative, feinfühlige Malerin und Geschichtenerzählerin, sich zurecht zu finden. Ihre Briefe sind alle noch irgendwo gespeichert. Sie will sie löschen, Aber wie und wo? Regelmässig will das Programm ihre Texte in eine sog. “Wolke” kopieren. Wohin? Warum?

Wir unterbinden diese Einstellungen und klemmen den Internetzugang einfach mal ab. Sie benötigt ihn nicht, ausser, wenn sie einen Text drucken will. Der Drucker hängt am internen Funknetz. Also instruiere ich den Ehemann, wie er die Funktion wieder aktivieren kann.

Schliesslich ruft die Frau verzweifelt: “Ich wünsche mir ganz einfach eine elektrische Schreibmaschine!!” Ja, das wäre in ihrem Fall wohl das einzig Richtige. Papier einspannen, Brief schreiben, fortschicken, fertig. Allerdings ist es für Geschichten und längere Texte einfacher, die Bearbeitung, die Korrekturen und Ergänzungen am Bildschirm schreiben und die ganze Arbeit speichern zu können! Ob sie aber diesen Nutzen erkennen und einsetzen kann, hängt sehr davon ab, wie willig und geduldig sie sich den Angeboten der Maschine stellt und damit umzugehen lernt. Für Einsteiger bei der älteren Generation nicht einfach.

Mit anderen Geräten im Haushalt ist es bisher noch immer gelungen – am Herd, mit der Waschmaschine, dem Mixer, der Kaffeemaschine, dem Staubsauger, dem TV und dem Wecker! Wenn nötig werden wir auch mit den modernen Kommunikationsgeräten zurechtkommen.

“Me muess halt rede mitenand!”

Fragen Sie nach einer Sprechstunde bei CompiHelp – auf dieser Webseite.

Teaserbild: Rainer Sturm, Pixelio.de

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