Senioren im Web – WillYs Werbe Weberei
Vor genau 10 Jahren übernahm ich von der damaligen SW-Geschäftsleiterin Margrit Bosshard (Bild) zu ihrer Entlastung die Aufgabe, für den Anzeiger rund um Bern die Publireportagen für Seniorweb zu gestalten. 2008 wurden daraus eigenständige Kolumnen für ensuite, der Zeitschrift zu Kultur & Kunst. Der Chefredaktor, Verleger und Vertreiber dieses monatlichen Magazins erlaubt mir seither, eine Spalte mit einem persönlichen Werbetext, ab heute für SeniorBern, zu verfassen. Wer die Webseite besucht, wird bald merken, warum 😉
Das Januar-Thema möchte ich hier so quasi als Prototyp nachtragen! Bisher stellte ich nämlich meinen Text auch seniorweb zur Verfügung, wo ihn die Redaktion im Bereich WISSEN publizierte. Im Zuge der Säuberung von kritischen Texten fiel allerdings mein Beitrag zum Jahreswechsel der Zensur zum Opfer. Logisch, wer die neuen Nettikeiten (äxgüsi, sollte Netikette heissen) liest!
Nutzer und Nichtnutzer
Willy Vogelsang, Senior
Der Titel ist nicht ganz korrekt, ich weiss. Es gibt wohl mehr Frauen als Männer, die sich auf der Internetplattform von seniorweb.ch registriert und sogar einen jährlichen Obolus bezahlt haben. Noch vor einigen Jahren galt dieser als echter Mitgliederbeitrag, der eine Mitwirkung an der Generalversammlung und im Vorstand des Vereins möglich machte. Die Webseite gehörte uns. Viele haben dabei als freiwillige MitarbeiterInnen mitgeholfen, eine Community aufzubauen, die dem Portal sehr viel Leben und Vielfalt in den Angeboten und auch neue Mitglieder einbrachten.Und jetzt sind wir zu Nutzern oder gar Nichtsnutzern degradiert worden! Die Ablösung des Vereins durch eine Stiftung und vor allem die operative Führung durch eine AG mit zwar freiwilligen, aber professionellen Managern an der Spitze, sollte Seniorweb zu einer Marke machen, die sich vor allem (auch) über Werbung finanzieren kann. Die Marke Seniorweb.ch sollte für ein starkes Engagement zur Förderung der IT-Kompetenz der älteren Generation stehen. Es wurden Lernzentren geplant, auf dem Papier bis in alle Einzelheiten aufgezeichnet; Organigramme, Pflichtenhefte und die Finanzen festgelegt. Es war absehbar, dass sich diese Träume nicht verwirklichen liessen. Freiwillige MitarbeiterInnen lassen sich nicht so einfach vor diesen Karren spannen, nicht wieder in ein Korsett zwängen, den Gewinn optimieren helfen, einem Chef Gefolgschaft beteuern, eigene Initiativen und die neue Freiheit weitgehend zurück zu stellen und zu verlieren.
Die regionalen Gruppen fühlen sich durch das neue Konzept vernachlässigt und fallen gelassen. Kritiken, ironische bis hämische Kommentare zur neuen Webseite werden als diskreditierend und zerstörerisch bezeichnet und in einigen Fällen gelöscht. Selbst gut gemeinte und kompetente Angebote, bei der Verbesserung der Webseite mit den Entwicklern zusammen mitzuhelfen, wurden abgeblockt und als Einmischung in die Führungsverantwortung zurückgewiesen.
Die Folgen davon sind verheerend. Hoch motivierte und engagierte MitarbeiterInnen treten zurück, verweigern ihren Dienst als SupporterInnen, lösen die regionalen Gruppen aus dem Netz von Seniorweb heraus und entwickeln eigene Webseiten. Als letzter hat sogar auch der Präsident des Stiftungsrates, einst als Vertreter der Nutzer in dieses Gremium gewählt, das Handtuch geworfen. Auf der Plattform selber ist kein Wind mehr zu spüren. Es herrscht Flaute. Anton Schaller, Präsident des Verwaltungsrates (und Mitglied des Stiftungsrates – und in der Geschäftsleitung als Berater), wehrte sich mit zwei Stellungnahmen auf der Webseite, wo er sonst nur Kolumnen zum politischen Geschehen veröffentlicht. Titel: “Liebe Nutzer und Nutzerinnen”.
Daraus kann ich nur schliessen, dass die Interessen der AG, bzw. dessen Verwaltungsrates, künftig ohne Störgeräusche und Querschlägereien durchgezogen werden sollen. Wohin eigentlich? Mit lauter “Nichtsnutzen”?
Schade, ich hätte Ihnen lieber ein gutes neues Jahr gewünscht.
Übrigens: Auch ich bin umgezogen! Siehe
www.seniorbern.ch