Staunen im Simmental
Ein Tagesausflug führte mich am 2. Oktober 2014 ins Niedersimmental, also genauer gesagt von Erlenbach bis Oberwil i.S. Ich habe mir da einige Objekte aus der Liste der denkmalgeschützen Gebäuden ausgesucht.
Obwohl ich mir für jedes Objekt die Lage anzeigen liess und den Kartenausschnitt ausdruckte, musste ich fast immer noch jemanden fragen, um Gewissheit zu haben, am richtigen Ort zu sein. Die Zufahrten von der Talstrasse her sind eng und führen kurvenreich die sonnseitigen Hänge hinauf.
Die Kirche Oberwil i.S.
Am leichtesten zu finden sind die Kirchen. Von denen hat es in jedem grösseren Dorf eine, meist aus der gleichen Zeit und in einem ähnlichen Stil gebaut. So etwa die prächtige Anlage in Oberwil.


Dazu einige Aufnahmen aus dem Innern der schmucken Kirche.










Das Vennerhaus
Auf dem Weg oberhalb der Talstrasse und der Bahn fand ich dann auf dem Büehl das riesige, wunderschön erhaltene Vennerhaus. Die Grossmutter, die im Gärtli vor der besonnten Fassade die Blumen pflegte, gab mir breitwillig Auskunft.
Wer sich für solche Prachtshäuser interessiert, kann sich am Simmentaler Hausweg orientieren und informieren. Sie listen alle diese Sehenswürdigkeiten in einem Flyer auf und animieren zu einer Wanderung, z.B. von Oberwil nach Erlenbach.






Mein Abstecher zum Schnurreloch
einer prähistorischen Höhle in den Felsen gegen die Lienegg hinauf, wurde dann über die Mittagszeit zu einem kleinen Abenteuer, an dessen Folgen ich heute besonders heftig leide! Auf der Google-Maps Übersicht zeigte sich mir ein einfacher Zugang zu den Höhlen. Ich fuhr also mutig die schmale kurvenreiche Strasse bis zur Abzweigung unterhalb der “Löcher” und fand auch nach 10 Minuten die Einstiegsstelle mit den Infotafeln. Da ist vom “Zwärgliloch”, vom “Mamilchloch” und vom “Schnurreloch” die Rede. Mein Ziel war die von Wikimedia gesuchte grösste Höhle, das “Schnurreloch”. Also stapfte ich los – nur mit gewöhnlichen Strassenschuhen – den steilen Bergweg hinauf, hangelte mich an Stahlseilen an engen Stellen vorüber, Tritt für Tritt. Oft dachte ich, aufzugeben. Dann aber lockte es mich halt doch, das Loch zu finden.
Als absoluter Höhepunkt beim Aufstieg erschien mir dann plötzlich eine Eisenleiter, die zum Eingang hoch führte. Fast 50, für meine weichen Schuhe unangenehme Stufen hinauf. Aber mit zusammengebissenen Zähnen knirschte ich die Zahlen laut heraus – 1 – 2 – 3 und erreichte so doch noch mein Ziel.








Mein preisgekröntes Schnurreloch!
Ein Ausblick aus der Höhle.
Mit der kleinen Nikon gemacht, da sie eine Blitzunterstützung bot um den schwarzen Vordergrund aufzuhellen.
Dann gings kriechend durch den Hinterausgang über eine zweite, kurze Eisenleiter zur oberen Höhle.

Was ist schlimmer als der Aufstieg in diese steile “Wand”? Der Abstieg natürlich.
Und so kämpfte ich also den gleichen Pfad wieder hinunter, einen Tritt nach dem andern. Vorbei an den Wegweisern zu den anderen Höhlen. Nein, nicht nochmals!
Wieder auf dem breiten, ebenen Zugangsweg war ich wirklich erleichtert, dass nichts passiert ist und freute mich auf den mitgebrachten Lunch.
Ein Rückblick in die Gegend, wo diese “Löcher” zu finden sind macht klar, mit welchen Klettereien zu rechnen ist – mit Bergschuhen!!
Die Ausgrabungen wurden übrigens im letzten Jahrhundert beendet und die Funde im Berner Historischen Museum ausgestellt.
Weitere Wanderberichte
fand ich jetzt unter diesem Link, wo auch weitere Bilder zu sehen sind, aber nicht von mir!

Am Nachmittag entschädigten mich aber weitere sehr schöne Ansichten von Häusern, auf der Sonn-, wie auch
auf der Schattseite des Tales,
wie man hier die südlichen Abhänge nennt.




Die Kirche von Därstetten
Rechts das Pfarrhaus
Mit einer fast überall zu findenden Christophorus-Malerei im Innern der schlichten Kirche.






Zum Schluss noch ein märchenhaft bemaltes und beschriftetes Haus, nur einige Minuten oberhalb der Kirche Därstetten; es nennt sich
Bauernhaus “Argel”, zur Oberen
Die Motive, die ich hier antraf, sind unzählig. Ich konnte aber doch nicht alle aufnehmen.
Wie bei den meisten Bauernhäuser üblich, tritt ein Besucher nicht durch die Haustüre, sondern geht um das Haus herum auf die Hinterseite. Dort, im Bild im linken Anbau, ist der Vorraum zur Küche – und eben die arbeitende Bäuerin zu finden!
Auch ich habe dies hier so erlebt und vernahm im Gespräch mit der jungen Mutter mit einem kleinen Kind vieles über dieses Haus und ihre Bewohner.
Für den Wiki-Wettbewerb war diese Aufnahme mein Favorit in dieser Serie.





Müde und heruntergekämpft gab ich am Spätnachmittag meine Fototour auf. Noch ein letzter Blick auf den Herbstanfang.
Und dann heim, um meinen beginnenden Muskelkater in den Beinen zu pflegen! Die Bremsbacken feuerten höllisch in den Oberschenkeln.
Bis zum nächsten Mal, herzliche Grüsse
WillY