Ver-sichern Sie sich!
Sind wir denn nicht schon versichert genug? Eine Lebensversicherung wurde mir schon mit 20 aufgeschwatzt; aktuell wird eine Impfung gegen Grippe empfohlen; es umwerben uns die Krankenkassen; Haus und Mobiliar sind vor Feuer, Wasser, Glasbruch, Erdbeben und sogar Einbruch und Verlust versichert; Gletscherwanderer werden ans Seil genommen; Reisende versichern einen allfälligen Rücktritt – oder schlechtes Wetter! Autofahrer führen ein Reserverad mit. Ist Ihnen bekannt, dass jemals ein Hersteller darauf verzichtet hätte? Und Sie? Verzichten Sie freiwillig auf Angebote für Ihre Sicherheit? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie sich so ohne Sicherheits-Leine und -Netz aufs hohe Seil wagen?
Es ist uns bewusst, Leben ist ein Risiko. Man kann nicht alles versichern. Es gehört immer eine Portion Selbstvertrauen, für die einen auch Gottvertrauen, Mut, Risikobereitschaft und Gelassenheit dazu. Und die Frage, was ist mir wichtig; was ist mir wertvoll. Vieles kann ersetzt werden, anderes ist unersetzlich; wir sagen dann verloren.
In dieser Kolumne geht es ums Netz der Netze, dem Internet. Je länger je feinmaschiger und unüberschaubarer sind die Angebote und Möglichkeiten. Ein Netz aber, das uns nicht vor dem Fall schützt. Im Gegenteil, es gibt böswilligen Menschen Gelegenheiten, anderen Schaden zuzufügen, einzubrechen in ihre Geräte, Viren und Schnüffelsoftware zu verbreiten, um die darauf Hereingefallenen abzuzocken, Geräte sogar total still zu legen.
Davor sollten Sie sich schützen. So wie Sie ihre Wohnungstüre verschliessen, so müssten Sie eigentlich auch die Verbindung zu Ihrem Computer schützen – mindestens mit einem permanent sich aufdatierenden Virenschutz. Ich will hier keine Programme oder Marken nennen; einschlägige Angebote sind durch Zeitschriften und Internet-Angebote genügend zu finden. Ebenfalls können Sie durch einen technischen Mangel oder Fehler in den Betriebs- oder Anwenderprogrammen Schaden erleiden und dadurch die für Sie wichtigen Daten, Dokumente oder Bilder verlieren.
Dafür sollten Sie sich absichern. Das heisst, um beim Beispiel des Reserverades zu bleiben, regelmässig Ihre Daten, Adressen, Kontakte, Lesezeichen, auf ein externes Speichermedium kopieren – wie eine Berner Bäuerin ihre Schätze im “Spycher” auslagert, um sie vor einem Brand des Hofes zu schützen. Je nach Umfang Ihrer “Schätze” braucht es also ein kleines oder grosses externes Gerät – Laufwerk genannt – das man in jedem Fachgeschäft für mehr oder weniger Geld kaufen kann.
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Tim Reckmann / pixelio.de
Sehr hilfreich wäre auch eine Notstartdiskette, eine CD, die beim Einschalten des Computers gelesen wird und das Betriebsprogramm wieder zum Laufen bringen kann. Ich habe nur noch nie gehört, dass die Verkäufer den Geräten ein solches “Reserverad” mitgeliefert hätten. Sie setzen einfach voraus, dass die Kunden wissen, was sie einkaufen.
Informieren Sie sich. Zum Beispiel auf der Seite von SeniorBern, von Senioren für Senioren gemacht. Unter den Angeboten von CompiHelp und Macceria und in den Foren werden Sie manchen hilfreichen Tipp finden. Sonst fragen Sie einfach. – Lieber vorher, als zu spät!
Teaserbild: Rainer Sturm / pixelio.de